Dätwyler übertrifft die Markterwartungen

Paul Hälg

Paul Hälg, CEO Dätwyler.

Altdorf – Trotz starkem Franken und höheren Rohstoffpreisen hat die Urner Industriegruppe Dätwyler mit ihren Gewinnzahlen 2011 die Erwartungen des Marktes übertroffen. Für die Zukunft zeigt sich der Mischkonzern guten Mutes: Dätwyler sei trotz der nach wie vor geringen Visibilität „grundsätzlich optimistisch“.

Für das Geschäftsjahr 2011 wies der Mischkonzern einen 2,9% tieferen Betriebsgewinn (EBIT) von 124,2 Mio CHF aus. Mit 9,6% konnte die EBIT-Marge trotz höheren Rohstoffpreisen nahezu auf Vorjahresniveau (9,7%) gehalten werden. Der Reingewinn fiel um 2,0% auf 96,2 Mio CHF, wie Dätwyler mitteilte. Bereits im Januar hatte die Gruppe über eine Umsatzeinbusse von 2,2% auf 1,29 Mrd CHF informiert. Mit diesem Leistungsausweis wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen. Analysten hatten im Durchschnitt (AWP-Konsens) einen Reingewinn von 84,4 Mio und einen EBIT von 119,1 Mio CHF prognostiziert.

Nach diesem Ergebnis beantragt der Verwaltungsrat, eine unverändert hohe Dividende von 2,20 CHF pro Inhaberaktie und 0,44 CHF pro Namenaktie auszuschütten. Gegenüber dem Vorjahr (34,6%) entspricht dies einer leicht höheren Ausschüttungsquote von 35,3%.

Starker Franken belastet
Die Entwicklung der Ertragskraft war im Berichtsjahr durch den starken Franken geprägt. Bei unveränderten Wechselkursen konnte Dätwyler 2011 beim EBIT mit 133,7 Mio CHF den Vorjahreswert von 127,9 Mio übertreffen. Der negative Wechselkurseinfluss durch die Konsolidierung in Schweizer Franken belief sich auf 9,5 Mio CHF. Zusätzlich zu diesem Translationseffekt sei an den beiden Schweizer Produktionsstandorten Altdorf und Schattdorf noch der negative Transaktionseffekt von rund 8 Mio CHF dazugekommen.

Die Restrukturierungskosten der Konzernbereiche Cabling Solutions und Sealing Technologies sowie der ausserordentliche Ertrag aus Liegenschaftsverkäufen am Schweizer Standort Schattdorf hätten sich gegenseitig kompensiert, heisst es weiter.

„Erstaunlich robuste Nachfrage“
In allen vier Konzernbereichen habe Dätwyler 2011 – trotz der europäischen Schuldenkrise und der Währungsturbulenzen – eine „erstaunlich robuste Nachfrage“ verzeichnet. Vor allem die Märkte Deutschland, Osteuropa und die Schwellenländer hätten zur organischen Umsatzzunahme in allen vier Konzernbereichen beigetragen. Die saisonale Entwicklung der Nachfrage ergibt keinen einheitlichen Trend: Während die Konzernbereiche Pharma Packaging und Sealing Technologies gemäss Dätwyler ein „starkes“ zweites Halbjahr verzeichneten, habe die Dynamik in den Konzernbereichen Technical Components und Cabling Solutions leicht abgenommen.

Nach Konzernbereichen lag die EBIT-Marge im Bilanzjahr 2011 in der Sparte Technische Komponenten bei 11%. Im Segment Pharma Verpackungen betrug sie 11,4%, während für die Sparte Verkabelungs-Lösungen und Dichtungs-Technik eine EBIT-Marge von 1,9% bzw. 12,8% ausgewiesen wird.

Weiter auf Wachstumskurs
Dätwyler ist überzeugt, dass ihre Unternehmen „überproportional“ von einer früher oder später einsetzenden Erholung der Gesamtwirtschaft profitieren werden. Zusätzlich zur organischen Entwicklung werde der Mischkonzern sich bietende Chancen für strategiekonforme Übernahmen weiterhin nutzen. Dabei liege der Fokus auf dem Ausbau der Online/Katalog-Distribution in Europa sowie auf der Ausweitung der globalen Präsenz in den Konzernbereichen Pharma Packaging und Sealing Technologies

Ein stabiles Umfeld vorausgesetzt, ist Dätwyler gemäss Medienmitteilung zuversichtlich, dass die Gruppe auch im laufenden Jahr ihren Wachstumskurs fortsetzen und das Zielband für die EBIT-Marge von 9% bis 12% wiederum erreichen wird. Nach Umsetzung aller beschlossenen Massnahmen würden neu weniger als 10% des Gruppenumsatzes dem Transaktionseffekt des starken Frankens ausgesetzt sein. Positive Impulse würden die erstmalige Konsolidierung des Phoenix Profilgeschäfts sowie der Ausbau der Zusammenarbeit mit Nespresso geben, heisst es weiter.  (awp/mc/pg)

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