Der Wasserverbrauch in der Schweiz sinkt weiter

Trinkwasser

Zürich – Die Schweizer Wasserversorgungen stellten 2014 901 Mio. m3 Wasser bereit. Das sind 1.7% weniger als im Vorjahr. Der Pro-Kopf-Verbrauch sank sogar um 2.8% auf 300 Liter pro Tag. Damit setzt sich die Entwicklung fort, die in den Achtzigerjahren begann. Das geht aus der soeben fertiggestellten Wasserstatistik des Branchenverbands SVGW her-vor. In der Schweiz dürfte es auch in Zukunft nur zu wenigen, örtlichen Versorgungs-engpässen kommen, da sich die Wasserversorgungen laufend besser vernetzen.

Bewegte sich in den 70er-Jahren der mittlere Pro-Kopf-Verbrauch noch an der 500-Liter-Marke, sank der Verbrauch danach stetig und liegt neu bei 300 Litern pro Tag. Auch die gesamte Wasserabgabe sank kontinuierlich und lag 2014 bei 901 Mio. m3, 1.7% weniger als 2013. Das entspricht rund dem 1.5-fachen Volumen des Murtensees. Hauptursache des markanten Minderverbrauchs gegenüber 2013 dürfte die feuchte Witterung im Sommer 2014 gewesen sein. Dafür spricht auch die gegenüber dem Vorjahr um 5% geringere maximale Tagesabgabe von 438 Liter pro Einwohner.

Kosten seit den Achtzigerjahren um 7 Prozent gestiegen
Aus der neuen Statistik geht auch hervor, dass sich die Betriebs- und Kapitalkosten auf 1550 Mio. Fr. oder 188 Fr. pro Einwohner belaufen. Teuerungsbereinigt sind die Betriebs- und Kapitalkosten 7% höher als 1980. Die jährlichen Investitionen in den Wasserversorgungen betragen 880 Mio. Fr. oder 107 Fr. pro Einwohner. Teuerungsbereinigt werden damit pro Einwohner 4% mehr investiert als noch 1980.
In den Wasserversorgungen arbeiten insgesamt rund 6400 Personen, deren Pensum 3000 Vollzeitstellen entspricht. Neben der Bereitstellung von Wasser produzierten die Schweizer Wasserversorger 2014 auch 128 GWh Strom, überwiegend mittels Trinkwasserturbinen. Damit deckt die Branche einen Drittel ihres Stromverbrauchs aus eigener Produktion.

Vernetzt für die Zukunft gewappnet
Im sehr trockenen Herbst in diesem Jahr kam es bei wenigen Wasserversorgungen zu Versorgungsengpässen. Die geringe Anzahl hängt auch mit der guten Vernetzung zusammen. Aus der Statistik geht hervor, dass 82% der Wasserversorgungen über mindestens eine Fremdbezugsmöglichkeit für Trinkwasser verfügen – Tendenz steigend. Aktuell könnten rund 40% der Bevölkerung direkt oder indirekt mit Seewasser versorgt werden. Da in Zukunft Trockenphasen zunehmen dürften, sollte die Vernetzung der Wasserversorgungen weiter vorangetrieben werden, um auch in Zukunft eine flächendeckende Wasserversorgung zu gewährleisten. Am reichlichen landesweiten Wasserdargebot sollte sich mittelfristig nichts ändern.

An der Erhebung für die Wasserstatistik 2014 haben sich 607 Versorgungsbetriebe beteiligt. Durch die Erhebung wurden 67% der Bevölkerung der Schweiz und Liechtensteins erfasst. (SVGW/mc/ps)

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