Deutlich mehr Schlachtungen von Rindern und Kühen in der Schweiz

Deutlich mehr Schlachtungen von Rindern und Kühen in der Schweiz
Die Trockenheit mit ihren Folgen für die Futterversorgung sowie die derzeit schwierige Situation auf dem Milchmarkt führen zu mehr Schlachtungen. (Pexels)

Bern – Wegen der anhaltenden Trockenheit und der schwierigen Lage auf dem Milchmarkt sind in der Schweiz im Juni und Juli rund 15 Prozent mehr Rinder geschlachtet worden als im Vorjahreszeitraum. Bei Kühen betrug der Anstieg fast ein Drittel.

Die verfügbaren Zahlen bestätigten seit Anfang Juni eine Zunahme der Rinderschlachtungen, die sich vor allem auf Kühe konzentriere, teilte die Branchenorganisation Proviande der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mit. Dabei handle es sich insbesondere um ausgemusterte Tiere aus Milchviehbetrieben.

Hauptgründe seien die Trockenheit mit ihren Folgen für die Futterversorgung sowie die derzeit schwierige Situation auf dem Milchmarkt. Weitere saisonale oder betriebliche Faktoren könnten ebenfalls eine Rolle spielen. Ihr jeweiliger Einfluss lasse sich jedoch nicht seriös beziffern. Zudem seien die Zahlen für 2026 noch provisorisch.

Rund 7000 Kühe mehr
Im Juni und Juli wurden laut Proviande rund 7000 Kühe mehr geschlachtet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Anstieg von knapp einem Drittel. Bei den Rindern nahm die Zahl der Schlachtungen um rund 13 Prozent zu.

Insgesamt wurden in den beiden Monaten knapp 70’000 Rinder (ohne Kälber) geschlachtet, gegenüber rund 60’700 im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einer Zunahme von 15,3 Prozent.

Preise unter Druck
Wie viele Tiere wegen der Trockenheit oder der Lage auf dem Milchmarkt früher als geplant geschlachtet wurden, lasse sich nicht feststellen. Die Statistik erfasse weder den Grund für die Schlachtung noch Rasse oder Produktionsrichtung der Tiere.

Das grössere Angebot setze vor allem die Produzentenpreise für Kühe unter Druck. Dennoch lägen die an die Landwirte bezahlten Preise weiterhin deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre, erklärte Proviande.

Für Konsumentinnen und Konsumenten dürften sich die höheren Schlachtzahlen vorerst nicht bemerkbar machen. Veränderungen bei den Produzentenpreisen würden sich nicht zwingend direkt oder sofort auf die Verkaufspreise im Detailhandel auswirken, hiess es weiter. (awp/mc/pg)

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