Edipresse: Lamunière will noch ausstehende Aktien kaufen

Tibère Adler

Edipresse-CEO Tibère Adler.

Lausanne – Die Aktien des Verlagshauses Edipresse sollen von der Börse verschwinden. Die Besitzerfamilie Lamunière (bzw. die Lamunière SA) startet in diesem Zusammenhang ein Rückkaufangebot für die noch öffentlich gehaltenen Aktien. Sie bietet 90 CHF pro Namen- und 450 CHF pro Inhaber-Aktie, die allerdings um allfällige Dividendenzahlungen und andere potentiell verwässernde Effekte noch angepasst werden sollen.

Nach Abzug der Dividende von 1,10 bzw. 5,50 CHF pro Namen-/Inhaberaktie, die von der Generalversammlung am 6. Juni noch bewilligt werden müssen, ergibt sich ein offerierter Betrag von netto 88,90 CHF (Namen) bzw. 444,50 CHF (Inhaber), wie das Verlagshaus am Dienstag mitteilte. Die Familie Lamunière hält derzeit bereits 78% des Aktienkapitals bzw. 89% der Stimmen. Zusammen mit den Treasury-Shares, die von Edipresse gehalten werden, kontrolliert Lamunière 87% des Aktienkapitals bzw. 93% der Stimmen.

«Kotierung macht keinen Sinn mehr»

Das Aktienangebot wird vom Verwaltungsrat – basierend auf einer Prüfung durch KMPG – zur Annahme empfohlen, wie es heisst. Der Verwaltungsrat wird in dieser Sache von Andre Kudelski und Claude Smadja vertreten, Pierre und Jean-Francois Lamunière sind im Ausstand. Das Übernahmeangebot folgt den Angaben zufolge auf den Entscheid von Edipresse und Tamedia, den Zusammenschluss ihres Schweizer Geschäftes bereits 2011 abzuschliessen. Aufgrund des Verkaufs des wichtigsten Assets und wegen der geringen Liquidität der Aktien mache die Kotierung keinen Sinn mehr, heisst es. Das Angebot soll es nun den Minderheitsaktionären ermöglichen, zu angemessenen Konditionen aus den Aktien auszusteigen, bevor diese dekotiert werden. Das Angebot soll laut dem Voranmeldungs-Prospekt vom 17. Juni bis zum 30. Juni (16 Uhr) laufen. (awp/mc/ps)

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