Sika: Chris Tanner zieht Kandidatur für Verwaltungsrat zurück

Hans Christoph "Chris" Tanner

Kandidatur zurückgezogen: Chris Tanner. (Foto: DKSH)

Zürich – Die französische Saint-Gobain-Gruppe stösst mit ihrer umstrittenen Übernahme des Baustoffkonzerns Sika weiterhin auf Gegenwind: Das designierte Verwaltungsratsmitglied Chris Tanner verzichtet auf die Kandidatur.

Tanner war zusammen mit Max Roesle Mitte Dezember von der Schenker Winkler Holding der Sika-Gründerfamilie Burkard als Ersatz für andere Verwaltungsräte vorgeschlagen worden, welche sich gegen den Verkauf von Sika an die Saint-Gobain-Gruppe stellten.

Er sei gebeten worden, sich als Mitglied eines möglichen neuen Verwaltungsrats von Sika zur Verfügung zu stellen, begründete Tanner in einem Schreiben an die Finanznachrichtenagentur AWP seinen Verzicht auf das Amt.

«Ich habe vorerst zugesagt. Danach sind wir uns aber alle einig geworden, dass die von mir verlangten Zusicherungen im Hinblick auf eine effektive Unabhängigkeit wahrscheinlich nicht gewährt würden. Daher habe ich meine Kandidatur zurückgezogen.»

Tanner sah seine allfällige Rolle im Sika-VR denn auch als Vermittler, wie er nach seiner Nomination gegenüber AWP sagte. «Es geht darum, rasch eine Lösung zu finden und die Interessen der unabhängigen Aktionäre zu vertreten», so Tanner damals. «Ich bin nicht vorbelastet und daher unabhängig.»

Tanner ist Finanzchef des italienischen Pharmaunternehmens Cosmo. Zudem sitzt er im Verwaltungsrat des Dienstleistungskonzerns DKSH.

Roesle hält an Kandidatur fest
Im Gegensatz zu Tanner will Max Roesle an seiner Kandidatur für den Sika-Verwaltungsrat festhalten, wie er der AWP sagte. Der Zürcher Wirtschaftsanwalt soll an der ausserordentlichen Generalversammlung auch zum neuen Verwaltungsratspräsidenten von Sika ernannt werden.

Mit der Nomination von Tanner und Roesle hatte die Schenker Winkler Holding auf den Widerstand der Sika-Führung gegen die Übernahme durch Saint-Gobain reagiert.

Die Übernahme war Anfang Dezember bekannt geworden. Saint-Gobain kaufte der Gründerfamilie Burkard ihre Stimmrechtsaktien für 2,75 Mrd CHF ab. Saint-Gobain kam so in den Besitz von 16,1% des Aktienkapitals und 52,4% der Stimmrechte.

Nach Bekanntwerden des Kaufs nahm das aktuelle Sika-Management sowie die von der Burkard-Familie unabhängigen Verwaltungsratsmitglieder öffentlich dagegen Stellung. Daraufhin kündigte die Gründerfamilie via ihre Holding an, dass sie drei der Verwaltungsratsmitglieder inklusive dem Präsidenten Paul Hälg abwählen wolle. An deren Stelle sollten Roesle und Tanner im Gremium Einsitz nehmen. (awp/mc/upd/ps)

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