Einkaufsmanager-Index im Januar unter der Wachstumsschwelle

Einkaufsmanager-Index im Januar unter der Wachstumsschwelle
(Bild: Schlierner / Adobe Stock)

Zürich – Die Stimmung in der Schweizer Industrie hat sich im Januar wieder etwas verdüstert. Der entsprechende Einkaufsmanager-Index (PMI) notierte unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. Der PMI für den Dienstleistungssektor hingegen hat den höchsten Stand seit letztem April erreicht.

Konkret sank der PMI Industrie im Berichtsmonat um 1,0 auf 47,8 Punkte, wie die Credit Suisse, die den Index zusammen mit dem Branchenverband Procure.ch. berechnet, am Montag mitteilte. Er notiert damit unter der Wachstumsschnelle, die mit dem Wert von 50 Punkten definiert ist.

Im Vormonat war der Wert zwar auf knapp über 50 Punkte gestiegen, was sich aber im Nachhinein nicht bewahrheitet hat. Der Wert wurde – aufgrund der Neuberechnung des Saisonbereinigungsfaktoren zu Jahresbeginn – nämlich um 1,4 auf 48,8 Zähler nach unten revidiert. Somit bewegt sich der Index seit April konstant unter der 50-Punkte-Marke.

Expertenerwartungen verfehlt
Der aktuelle Wert verfehlt damit auch die Schätzungen der Experten. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten mit 50,0 bis 50,5 Punkten gerechnet, was gegenüber dem ursprünglichen Wert mehr oder weniger einer Seitwärtsbewegung entsprochen hätte.

Im Januar ist laut den Angaben die Produktion etwas gedrosselt worden, die entsprechende Subkomponente die bereits unterhalb der Wachstumszone notierte, sank um weitere 2,2 Punkte. Gleichzeitig wurden die Auftragsbücher wieder dünner: Die Subkomponente „Auftragsbestand“ rutschte deutlich unter die Wachstumsschwelle. Dementsprechend hätten die Unternehmen verbreitet ihre Einkaufsmenge reduziert, so die Ökonomen der Credit Suisse.

Erfreulich stimme hingegen, dass die Unternehmen zu Jahresbeginn so rege Personal eingestellt haben, wie seit letztem Juli nicht mehr. Der aktuelle Wert (52,1) deute auf ein Beschäftigungswachstum im langjährigen Durchschnitt hin, heisst es dazu. Offensichtlich habe sich die schwache Nachfrage nach Industrieprodukten bislang nicht nachhaltig negativ auf den Arbeitsmarkt im Industriesektor ausgewirkt.

Dienstleistungs-PMI steigt markant
Im Gegensatz zum PMI der Industrie ist derjenige für den Dienstleistungssektor überraschend deutlich angestiegen, und zwar um 6,0 auf 57,3 Punkten. Auch hier wurden die Vormonatswerte leicht angepasst, der Dezemberwert hier allerdings um 0,7 Punkte nach oben. Die von AWP befragten Experten gaben hier Schätzungen von 50,5 bis 51,0 Punkte ab.

Die CS relativiert allerdings den Anstieg. Der Dienstleistungs-PMI weise recht starke Schwankungen auf, so dass ein einzelner Monatswert nicht überinterpretiert werden sollte, heisst es. Zudem wirke sich die Revision der Saisonbereinigungsfaktoren deutlich stärker aus als im PMI Industrie. „Insgesamt scheint sich aber der Wachstumstrend im Dienstleistungssektor fortzusetzen, was unseren Befund bestätigt, dass die Schweizer Gesamtwirtschaft trotz Industrieschwäche auch 2020 wachsen dürfte – wenn auch mit insgesamt nur schwacher Dynamik“, schreiben die CS-Ökonomen in der Mitteilung.

Der PMI und das KOF Konjunkturbarometer gelten als die beiden wichtigsten Frühindikatoren für die Schweizer Wirtschaft. Das KOF-Barometer signalisierte zuletzt eine deutliche Aufwärtstendenz: der Januar-Wert legte nach einem starken Anstieg bereits im Dezember um weitere 3,9 auf 100,1 Punkte zu. (awp/mc/ps)

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