Einkaufsmanagerindex Industrie rutscht auf tiefsten Stand seit 2012

Industrie
(Image by Emir Krasnić from Pixabay)

Zürich – Die Schweizer Industrie kann sich der globalen Wachstumsschwäche nicht ganz entziehen. Die Einkaufsmanager der Schweizer Industrieunternehmen zeigen sich viel pessimistischer als noch vor Monatsfrist.

Der Einkaufsmanager-Index Industrie ist im Juni um 0,9 Punkte auf 47,7 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2012 gefallen. Er liege auch zum dritten Mal in Folge unterhalb der als Wachstumsschwelle definierten Marke von 50 Punkten, teilte die Credit Suisse am Montag mit.

Auftragsbücher deutlich dünner
Und die Produktion der hiesigen Industrie nahm bereits zum vierten Mal in Folge ab. Die entsprechende Subkomponente rutschte im Juni um 0,6 Punkte unter die Wachstumsschwelle von 50 Punkten auf 48,2 Zähler.

Verschlechtert hat sich im Juni gegenüber dem Mai auch die Auftragslage. Die Subkomponente „Auftragsbestand“ gab im Berichtsmonat deutlich nach (-3,1 Punkte) und erreichte mit 43,5 Punkten den tiefsten Stand seit September 2012. Damit würden die Auftragsbücher in der Industrie seit vier Monaten in Folge dünner, so die CS.

Positiv stimme allerdings die Tatsache, dass die Industrieunternehmen im Juni den Personalbestand aufgestockt haben. Die entsprechende Subkomponente klettert wieder in die Wachstumszone auf 51,4 Zähler. Trotz des getrübten Ausblicks bleibe so zumindest die Arbeitsmarktlage solide, meinte die CS.

Dienstleister bleiben in Wachstumszone
Ebenfalls an Schwung verlieren die Dienstleister und der hohe Stand des Vormonats konnte nicht gehalten werden. Dennoch bleibt der entsprechende PMI weiterhin in der Wachstumszone. Bereinigt um Saisoneinflüsse gab er um 6,1 Punkte nach auf 52,2 Zähler.

Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Die von AWP befragten Ökonomen gingen von 56,0 bis 58,0 Punkten aus.

Insgesamt scheine sich damit der Wachstumstrend im Dienstleistungssektor allerdings fortzusetzen, hiess es im Kommentar der CS. Dies bestätigte den Befund, dass die aktuelle Nachfrageschwäche in Europa in erster Linie im Industriesektor stattfindet.

KOF-Barometer zeigt in die gleiche Richtung
Der PMI gehört gemeinsam mit dem KOF-Konjunkturbarometer zu den wichtigsten Vorlaufindikatoren für die Schweizer Wirtschaftsentwicklung. Letzter wurde vergangen Freitag publiziert und deutete ebenfalls gedämpfte Aussichten für die Schweizer Wirtschaft an.

Konkret ist der von der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich berechnete Frühindikator im Juni um 0,2 auf 93,6 Zähler und damit ebenfalls den dritten Monat in Folge gesunken. (awp/mc/ps)

Credit Suisse

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