Emmi übertrifft mit Gewinn 2015 die Erwartungen klar

Urs Riedener
Emmi-CEO Urs Riedener. (Foto: Emmi)

Emmi-CEO Urs Riedener. (Foto: Emmi)

Luzern  – Die Emmi-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2015 trotz Frankenstärke mehr verdient. Dies vor allem dank einer Ertragssteigerung im Ausland, profitablen Markenkonzepten und gutem Kostenmanagement. In der Schweiz waren die Umsätze wegen des Frankens dagegen unter Druck. Auch 2016 dürfte das Geschäft in der Schweiz schwierig bleiben, doch Emmi will die Profitabilität weiter leicht steigern.

Wie für die meisten Schweizer Unternehmen, hat auch für auch für Emmi das Jahr 2015 mit einem Paukenschlag in Form des SNB-Entscheides zur Aufhebung des Euromindestkurses begonnen. «Wir wurden gleich zu Beginn des Jahres einem Stresstest unterworfen», formulierte es VR-Präsident Konrad Graber am Donnerstag vor den Medien in Luzern.

Profitabilität vor Umsatz
Laut Konzernchef Urs Riedener hat man bei Emmi sehr schnell auf den SNB-Entscheid reagiert und etwa im Ausland die Preise erhöht. «Wir haben dort Profitabilität vor Umsatz gestellt und gewisse Einbussen in Kauf genommen.» Diese haben sich aber in Grenzen gehalten. Bei Massenprodukten habe man da zwar etwas an Umsatz eingebüsst, dieser sei allerdings zumeist nicht sehr profitabel gewesen und entsprechend für Emmi verschmerzbar. Die margenstarken Markenprodukte wie etwa Caffé Latte hätten sich hingegen gut gehalten.

Schwieriger war die Situation im Inland, das unter dem Einkaufstourismus und dem Importdruck stark gelitten hat und ein organisches Minus von 3% hinnehmen musste. Insgesamt habe man die Situation in der Schweiz vermutlich etwas zu optimistisch gesehen, im Ausland dafür etwas zu pessimistisch, meinte der Konzernchef dazu. Die Region Americas etwa wuchs organisch immerhin um 2,8%, die Region Europa, die sich robuster als erwartet gezeigt habe, musste lediglich ein leichtes Minus von 0,8% hinnehmen.

In Zahlen bzw. Franken ausgedrückt, machte Emmi letztes Jahr mit 3,21 Mrd CHF 5,6% weniger Umsatz. Auf Bruttogewinnstufe konnte die Marge auf 34,8% von 33,2% gesteigert werden. Erreicht worden sei diese Verbesserung primär dank den erwähnten Preiserhöhungen im Ausland, tieferen Beschaffungskosten, weiteren Effizienzsteigerungen wie auch dem bewussten Verzicht auf Geschäfte mit unzureichenden Margen und dem guten Abschneiden wichtiger Markenkonzepte.

Kostenmanagement als strategischer Faktor
Auch der Betriebsaufwand konnte um weitere 4,5% gesenkt werden. Das Kostenmanagement sei weiter eine der strategischen Säulen von Emmi und sei tief in den Köpfen der Belegschaft verankert, so Riedener. Auf Stufe Betriebsgewinn ergab dies (auf bereinigter Basis) zum Vorjahr ein Plus von fast 11% auf 189 Mio CHF und beim Reingewinn von knapp 10% auf 120 Mio CHF. Die entsprechenden Margen konnten somit auf 5,9% von 5,0% bzw. auf 3,7% von 3,2% verbessert werden.

Auf berichteter Basis lagen die Wachstumsraten beim Gewinn mit +38% und +52% gar noch viel höher, da im Vorjahr bekanntlich hohe ausserordentliche Wertberichtigungen (Trentinalatte) angefallen waren.

Vom guten Ergebnis sollen auch die Aktionäre profitieren können in Form einer um fast 30% höheren Dividende (4,90 CHF pro Aktie). Die Ausschüttungsquote bleibe damit allerdings im Zielkorridor von 20 bis 25%, sagte Finanzchef Jörg Riboni.

Weitere Profitabilitätssteigerung
Was den Start ins neue Jahr betrifft, wollten die Emmi-Verantwortlichen nicht allzu konkret werden. «Bis jetzt sehen wir keine neuen Tendenzen», sagte CEO Riedener lediglich. Die Umsätze in der Schweiz etwa seien weiter etwas unter Druck, wobei der Januar schwächer gewesen sei als Februar und März. Im Ausland gehe der Wachstumskurs bei Umsatz und Ertrag hingegen weiter.

Insgesamt erwartet Emmi für das Gesamtjahr einen organischen Umsatz «in etwa auf dem Niveau von 2015». Aufgrund weiterer angestrebter Ertragsverbesserungen im Ausland soll sich die Profitabilität aber weiter leicht verbessern. (awp/mc/pg)

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