Emmi verstärkt sich in Nischenmärkten

Urs Riedener
Emmi-CEO Urs Riedener. (Foto: Emmi)

Emmi-CEO Urs Riedener. (Foto: Emmi)

Luzern – Der grösste Schweizer Milchverarbeiter Emmi übernimmt – voraussichtlich per Ende 2015 – den amerikanischen Ziegenmilch-Verarbeiter Redwood Hill Fram & Creamery. Emmi will sich damit in Nischenmärkten verstärken. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Die Redwood Hill Farm gelte als Pionierin beim Aufbau der Kompetenzen im Bereich der Ziegenmilchprodukte in den USA und sei auch in Ziegenzüchterkreisen weit bekannt, teilte Emmi am Dienstag mit. Das amerikanische Unternehmen mit über 70 Mitarbeiter erwirtschaftete einen Jahresumsatz von über 22 Mio USD.

Wachstum in «attraktiven Nischen»
Emmi möchte laut Mitteilung vor allem in «attraktiven Nischen» Wachstum erzielen. Eine dieser Nischen seien Produkte aus Ziegenmilch, die weltweit stetig an Beliebtheit zulegen. Doch mit der Übernahme der Redwood Hill Farm & Creamery verstärke sich Emmi auf einen Schlag in drei Nischen, heisst es weiter. Denn Redwood Hills Erfolgsrezept basiere auf drei Pfeilern: Auf der Ziegenmilch, auf laktosefreien Bio-Produkten und auf einem «glaubwürdigen Nachhaltigkeitskonzept».

1968 hatte die Familie Bice im kalifornischen Sonoma County die Redwood Hill Farm gegründet. 1978 übernahm Jennifer Bice, das älteste von zehn Kindern, den Betrieb vollständig. Jennifer Bice wird zusammen mit ihrem bestehenden Management weiterhin die Geschäftsführung von Redwood Hill innehaben. Auch soll das Unternehmen weiterhin selbständig am Markt auftreten. Und die Ziegenfarm bleibt im Besitz von Jennifer Bice.

«Klein, aber fein»
Die Akquisition wird in Analystenkreisen mit Wohlwollen aufgenommen. Die ZKB etwa schreibt von einem «kleinen, aber feinen» Zukauf (0,7% des Konzernumsatzes bzw. 1,6% des Auslandsumsatzes), wobei das organische Umsatzwachstum im hohen einstelligen Bereich liegen dürfte. Aber auch die EBIT-Marge dürfte hoch einstellig sein und damit klar über dem Niveau von Emmi liegen.

Zum Preis heisst es bei der ZKB: «Üblicherweise werden aktuell für attraktive Nischenunternehmen sehr hohe Preise bezahlt. Wir gehen davon aus, dass Emmi dank persönlicher Kontakte und einer nachhaltigen Pflege dieses Geschäftsbereichs einen attraktiven Preis von rund 20 Mio CHF bezahlt hat.»

Auch Baader Helvea spricht von einer Ergänzungsakquisition mit «grossem strategischen Fit», der das Kerngeschäft von Emmi stärke. Und die Bank Vontobel glaubt wie die ZKB, dass die Marge durch den «kleinen» Zukauf steigen dürfte. (awp/mc/pg)

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