Ems-Chemie bleibt trotz Trendwende im dritten Quartal vorsichtig

Ems-Chemie bleibt trotz Trendwende im dritten Quartal vorsichtig
Werkplatz Domat/Ems der Ems-Gruppe. (Foto: Ems)

Domat/Ems – Die Ems-Gruppe spürt weiterhin die Corona-Krise und die schleppende Konjunktur. Der Umsatz nach neun Monaten lag deutlich unter dem Vorjahresniveau. Immerhin hat sich der Abwärtstrend im dritten Quartal verlangsamt. Dennoch bleibt das Unternehmen vorsichtig und kündigt eine tiefere Dividende an.

Der Umsatz per Ende September 2020 verfehlte das Vorjahresniveau um über 22 Prozent und erreichte 1,30 Milliarden Franken, wie der Spezialist für Spezialchemikalien am Montag mitteilte. Zum Minus hat allerdings auch der starke Franken einen guten Teil beigetragen.

In Lokalwährungen sind die Verkäufe in der Berichtsperiode um 17,7 Prozent etwas moderater zurückgegangen. Dabei haben die Hauptsparte Hochleistungspolymere und die Nebensparte Spezialchemikalien in etwa ähnlich hohe Minusraten verzeichnet. Die Prognosen der Analysten wurden mit den vorgelegten Zahlen dennoch knapp übertroffen.

Und im dritten Quartal wurde die Talfahrt gebremst. Bei einem Quartalsumsatz von 451 Millionen resultierte ein währungsbereinigtes Minus von 8,7 Prozent, per Mitte Jahr hatte das Umsatzminus in Lokalwährungen noch bei knapp 22 Prozent gelegen. Die Auftragslage habe sich im dritten Quartal deutlich verbessert, hiess es dazu. Der Umsatz lag entsprechend auch höher als im zweiten Quartal, welches noch von den verschiedenen Schliessungsmassnahmen in Mitleidenschaft gezogen worden war.

Steigende Zuversicht dank Stützungsmassnahmen
Die im ersten Halbjahr 2020 auf historische Tiefstwerte gesunkene Nachfrage nach Konsum- und Investitionsgütern mit Schliessungen der weltweiten Autowerke habe sich im 3. Quartal erholt, so Ems. Die Lockerung der Covid-Massnahmen und die staatlichen Stützungsprogramme hätten wieder Vertrauen und Zuversicht bei Konsumenten und Unternehmen geschaffen.

Allerdings gibt es regional gesehen noch immer ein Ost-West-Gefälle. Während in China die Inlandnachfrage überwiegend das Vorkrisenniveau erreicht habe, hätten die übrigen Länder noch nicht wieder daran anknüpfen können. Alle Autohersteller – Ems erzielt rund 60 Prozent des Umsatzes in diesem Sektor – hätten zwar ihre Werke weltweit wieder in Betrieb genommen, die Produktionszahlen lägen jedoch weiterhin unter dem Niveau des Vorjahres.

Gewinnzahlen gibt Ems zu den ersten neun Monaten jeweils nicht bekannt. Das Betriebsergebnis (EBIT) habe im dritten Quartal das Ergebnis des zweiten deutlich übertroffen, heisst es aber. Und dank der „starken Spezialitätenposition und dem frühzeitigen Handeln“ habe die EBIT-Marge gehalten werden könnten. Dazu hätten „starke Neugeschäfte“ beigetragen.

Kürzung der Dividende
Der bisherige Ausblick für 2020 wurde erneut bestätigt. Demnach rechnet die Gruppe mit einem Betriebsergebnis (EBIT) unter Vorjahr. 2019 hatte Ems bei einem Umsatz von 2,15 Milliarden einen EBIT von 624 Millionen Franken erzielt. Neu kündet das Unternehmen auch an, dass die Dividende für das Gesamtjahr 2020 ebenfalls tiefer ausfallen werde als im Vorjahr.

Das gesamte Geschäftsjahr werde vom Covid-bedingten Einbruch beeinträchtig bleiben, zeigt sich Ems vorsichtig. Die Konsumnachfrage werde zwar zu normalen Verhältnissen zurückfinden, wie schnell werden allerdings von den jeweiligen epidemiologischen und finanziellen staatlichen Massnahmen abhängen. (awp/mc/ps)

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