Ems-Chemie steigert trotz Frankenstärke den Gewinn

Magdalena Martullo-Blocher
Magdalena Martullo-Blocher, VR-Delegierte Ems-Chemie. (Bild: Ems-Chemie)

Ems-Konzernchefin Magdalena Martullo-Blocher: «Die Zitrone ist nie ausgepresst». (Foto: Ems-Chemie)

Domat/Ems – Die Ems-Gruppe hat am Freitag mit einem überraschend guten Ergebnis den Reigen der Halbjahresbilanzen von Schweizer Industriefirmen eröffnet. Der starke Franken traf das Unternehmen zwar beim Umsatz, der Betriebsgewinn stieg aber deutlich. Der ohnehin schon sehr optimistische Ausblick für das laufende Jahr wurde weiter erhöht.

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 969 Mio CHF Franken. Das entspricht einem Rückgang um 3,0% gegenüber dem Vorjahr. Der Umsatz in Lokalwährungen stieg dagegen um 4,4%. Es sei gelungen, bei einer eher verhalten positiven Konjunktur das Geschäft mittels Neugeschäften auszubauen, erklärte Konzernchefin Magdalena Martullo-Blocher am Freitag vor den Medien.

Verkaufsmenge um 8 % gesteigert
Die Verkaufsmenge sei so gar um 8,0% erhöht worden. Allerdings habe man «da und dort» rohstoffbedingte Verkaufspreisnachlässe gewähren müssen, so Martullo. Die Marge aber habe nicht darunter gelitten. Sie illustrierte dies mit der sogenannten «EBIT-Brücke»: Während Preisnachlässe den Betriebsgewinn um 41 Mio CHF minderten, erhöhten ihn tiefere Rohstoffkosten um 43 Mio.

Höheres Betriebsergebnis
Die kräftig gesteigerten Verkaufsmengen liessen den EBIT derweil um 31 Mio CHF anschwellen und weltweite Effizienzsteigerungen um weitere 3 Mio, sagte Martullo. Diese Faktoren hätten den negativen Währungseinfluss überkompensiert, welcher den EBIT mit 25 Mio CHF belastet habe.

In der Summe fuhr Ems ein um 5,4% höheres Betriebsergebnis von 226 Mio CHF ein und die entsprechende Marge nahm um 1,9 Prozentpunkte auf 23,4% zu. Das ist deutlich mehr als Analysten erwartet hatten.

Martullo-Blocher: «Die Zitrone ist nie ausgepresst»
Laut der Ems-Chefin hat die Schweiz kein Franken-Problem. Die Schweiz habe ein Euro-Problem, auch der Dollar sei im Vergleich zum Euro überbewertet. In Domat/Ems, dem grössten Werkplatz der EMS-Gruppe, wo 47% des Umsatzes produziert werden, sind Effizienzsteigerungen zur Kostensenkung deshalb Programm. «Die Zitrone ist nie ausgepresst. Wenn wir hier bleiben wollen, dann müssen wir immer effizienter werden», betonte die Martullo. Nach der Euro-Abwertung im Januar seien über 100 Massnahmen evaluiert worden.

Und die Gruppe will weiter in Domat/Ems investieren. Investitionen plant das Spezialchemie-Unternehmen überdies in China, wo es an fünf Standorten vertreten ist und die Geschäfte gut laufen. Laut Martullo-Blocher sollen weitere vier Standorte dazukommen.

Prognose erhöht
Für die Zukunft bleibt EMS zuversichtlich: Der Umsatz 2015 dürfte zwar währungsbedingt leicht tiefer liegen als im Vorjahr. Das Betriebsergebnis (EBIT) werde aber voraussichtlich höher ausfallen. Bisher hatte Ems einen gehaltenen EBIT in Aussicht gestellt.

Man rechne im laufenden Jahr mit einer insgesamt positiven Weltkonjunktur bei verhaltenen Wachstumsraten. Während sich in China die Verlangsamung fortsetze, dürfte sich der NAFTA-Raum stabil entwickeln und die Hauptmärkte in Europa den Tiefpunkt überwunden haben. In Griechenland habe die Gruppe keine Geschäftsaktivitäten, betont das Unternehmen. (awp/mc/pg)

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