Feintool 2025 operativ wieder mit schwarzen Zahlen

Feintool 2025 operativ wieder mit schwarzen Zahlen
Lars Reich, CEO von Feintool. (Foto: Feintool)

Lyss – Der Automobilzulieferer Feintool hat im vergangenen Jahr weiter unter der Schwäche im europäischen Automarkt gelitten und weniger Umsatz erzielt. Beim operativen Gewinn gelang die Rückkehr in die schwarzen Zahlen, unter dem Strich resultierte aber erneut ein Verlust.

Der Umsatz fiel im Jahr 2025 um 8,1 Prozent auf 661,4 Millionen Franken, wie der Lysser Konzern am Donnerstag in einem Communiqué bekannt gab. Beim operativen Gewinn auf Stufe EBIT verbesserte sich das Unternehmen markant. Nachdem im Vorjahr noch ein Verlust von über 49 Millionen Franken angefallen war, resultierte nun ein Plus von 4,7 Millionen.

Dies spiegle die Wirksamkeit der gruppenweit umgesetzten Restrukturierungs- und Effizienzmassnahmen wider, durch die die Gewinnschwelle deutlich gesenkt werden konnte, hiess es in der Mitteilung. Ausserdem seien die Preise selektiv erhöht worden.

Unter dem Strich steht nun noch ein Verlust von 8,0 Millionen nach 44,7 Millionen im Vorjahr. Die Aktionären sollen erneut keine Dividende erhalten.

Europa und Asien verhalten, Rekord in USA
Regional entwickelte sich Feintool sehr unterschiedlich. In der grössten Region Europa ging der Umsatz um 12,4 zurück und in Asien um 10,3 Prozent. Der Rückgang in Europa sei hauptsächlich auf den starken Einbruch der Nachfrage nach Elektroblechkomponenten für Elektrofahrzeuge zurückzuführen. Überkapazitäten auf dem Markt hätten zur Verschiebung, Verkleinerung oder Streichung von Fahrzeugprogrammen geführt.

Dem gegenüber steht ein Wachstum in den USA von 2,8 Prozent. Der Umsatz von 199,8 Millionen Franken ist der bislang höchste in der Geschichte des Unternehmens in der Region. Während der Umsatz im ersten Halbjahr noch um 7,3 zurückging, zog er im zweiten Halbjahr kräftig an (+15,0%). Treiber waren laut den Angaben eine anziehende Nachfrage, neue Programme sowie die starke Marktposition von Feintool im Feinstanzen und Umformen – insbesondere bei Anwendungen für Fahrzeuge mit konventionellem und Hybridantrieb.

Die 2024 gestarteten Restrukturierungs- und Standortmassnahmen wurden 2025 abgeschlossen. Feintool verlagerte die Grossserienproduktion von Lyss nach Most (Tschechien). Lyss fungiert künftig als Kompetenzzentrum für Feinschneidwerkzeuge und Wasserstoffanwendungen. Ab 2026 rechnet das Unternehmen mit jährlichen Einsparungen von rund 12 Millionen Franken.

Weitere EBIT-Verbesserung
Im Ausblick nach vorn bleibt Feintool «vorsichtig». Man wolle auf der positiven Dynamik der zweiten Jahreshälfte aufbauen, heisst es im Communiqué. 2026 liefen zudem neue umsatzrelevante und grossvolumige Programme an. Das schwierige Umfeld in Europa werde aber wohl anhalten.

Insgesamt peilt das Unternehmen für 2026 eine weitere Verbesserung der EBIT-Margen in lokalen Währungen an. Mittelfristig sollen weiterhin Margen von mehr als 6 Prozent erreicht werden.

Im Verwaltungsrat kommt es im übrigen zu einem Abgang: Heinz Loosli werde nach insgesamt 28 Jahren im Dienste der Feintool-Gruppe an der Generalversammlung vom 29. April 2026 nicht mehr zur Wiederwahl antreten. (awp/mc/ps)

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