Schweizer Brauer stehen im Kampf um Marktanteile unter Preisdruck

Schweizer Brauer stehen im Kampf um Marktanteile unter Preisdruck

(Foto: Schweizer Brauerei-Verband)

Rheinfelden – Heineken und Carlsberg, auf dem Weltmarkt die Nummern Drei und Vier, legten am Mittwoch ihre Konzern-Zahlen für 2015 vor. Beide sind in der Schweiz mit Braustandorten vertreten und zusammen dominieren sie den schweizerischen Biermarkt.

Feldschlösschen, seit 2000 in Besitz der dänischen Carlsberg, ist in der Schweiz mit einem Marktanteil von 42% die unangefochtene Nummer Eins. Auf Rang Zwei folgt der holländische Konzern Heineken, der seit 1984 in der Schweiz präsent ist und einen Marktanteil von 20% hält. Zusammen halten demnach die beiden Grossen über 60% am schweizerischen Biermarkt.

Feldschlösschen versorgt die Schweizer Biertrinker mit 40 verschiedenen, grossteils regionalen oder lokalen Markenbieren: Neben den Feldschlösschen-Bieren sind das Marken wie Cardinal, Valaisanne, Warteck oder Gurten. Heineken stellt zwar seine Hauptmarke gleichen Namens ins Zentrum, bietet aber mit Eichhof, Calanda, Haldengut, Ziegelhof oder Ittinger ebenfalls Schweizer Traditionsbiere an.

Produktion in der Schweiz
Heineken wie Carlsberg mit Feldschlösschen produzieren also in der Schweiz – Heineken in Luzern und Chur, Feldschlösschen im aargauischen Rheinfelden und in Sitten. Bei Heineken arbeiten rund 760 Mitarbeitende, Feldschlösschen hat 1300 Mitarbeitende angestellt.

600 kleine Brauereien produzieren 4 % des Bierausstosses
Doch neben diesen beiden Grossen sind auf dem Schweizer Biermarkt weitere 610 Brauereien registriert. Neben Heineken und Feldschlösschen sind 15 dieser Brauereien im Schweizer Brauereiverband organisiert. Diese 17 produzieren 96% des gesamten Bierausstosses. Oder umgekehrt: Knapp 600 Brauereien produzieren 4% des schweizerischen Bierausstosses.

Insgesamt wurden in der Schweiz im Braujahr 2014 (Oktober bis September) 3,43 Millionen Hektoliter Bier produziert. Im Vergleich: Allein Heineken hat 2015 insgesamt 188 Millionen Hektoliter Bier produziert.

Stabiler Konsum dank Bevölkerungswachstum
Dem stand im Braujahr 2014 auf Seiten der Konsumenten ein Pro-Kopf-Konsum von rund 56,3 Litern gegenüber. Der Pro-Kopf-Konsum ist seit Jahren leicht rückläufig. 2008 lag er noch bei 58 Litern.

Demgegenüber ist der Konsum insgesamt seit Jahren stabil. Im Braujahr 2014 wurden in der Schweiz 4,66 Millionen Hektoliter Bier getrunken. Davon wurden rund 1,2 Millionen Hektoliter importiert. Stabil ist dieser Konsum vor allem dank des Bevölkerungswachstums, sagt Gabriela Gerber, Sprecherin von Feldschlösschen gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

Auf Seiten der Brauereien als Anbieter ist der Markt jedoch sehr kompetitiv. Vor allem der Frankenschock nach der Freigabe des Euro-Mindestkurses vor gut einem Jahr setzt die Brauereien unter Preisdruck. Daher rührt bei Feldschlösschen der Rückgang des Umsatzes um 1,7%.

Ähnlich wird die Situation bei Heineken sein. Doch der börsenkotierte Konzern, der seine Zahlen in Holland konsolidiert, gibt zu einzelnen Ländern keine Auskunft. Gabriela Gerber von Feldschlösschen sagt vor diesem Hintergrund: «Wir sind mit dem Resultat für 2015 sehr zufrieden.»  (awp/mc/pg)

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