Frankenstärke: KOF relativiert Folgen auf Exporte

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Zürich – Die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich relativiert in einer Studie die Folgen der Wechselkurse auf die Warenexporte. Die Ausfuhr stark spezialisierter Produkte reagiere nur wenig. Die Abhängigkeit vom Wechselkurs sei indessen nach Branchen und Exportländern heterogen.

Wesentlich häufiger als der Wechselkurs war in den vergangenen Jahren die Industrieproduktion in den jeweiligen Exportmärkten und damit die ausländische Nachfrage entscheidend für die Ausfuhren, wie aus der am Montag publizierten Studie hervor geht. Eine zunehmende Auslandsnachfrage könne Wechselkurseffekte in einzelnen Branchen kompensieren. Die KOF untersuchte die Exporte von zwölf Branchen in die sechs Länder Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Italien, Japan und die USA. Über den untersuchten Zeitraum wurden 57% der Exporte in diese Länder exportiert.

Pharma- und Chemiebranche nicht betroffen
Die Ausfuhren der Chemiebranche inklusive Pharmaindustrie seien überhaupt nicht von Veränderungen des Wechselkurses betroffen. Ein Wechselkursschock spiele hingegen für spezifische Exportmärkte in den beiden anderen der drei wichtigsten Branchen – den Ausfuhren von Maschinen, Apparaten und Elektronik sowie von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie – eine Rolle. Ihr Anteil an den Gesamtexporten sei seit den 1990er-Jahren von 26 auf 20% respektive von 19 auf 16% gesunken. Die Ausfuhren von Maschinen nach Übersee (in die USA und nach Japan) sind von Wechselkursveränderungen betroffen. Sie sinken laut Studie nach einer Aufwertung des realen Wechselkurses um -0,5% bzw. um -0,4%.

Substitutionsmöglichkeiten
Als mögliche Erklärungsgründe für diesen Effekt werden die leichteren Substitutionsmöglichkeiten und der kostspielige Transport nach Übersee, der bei höherem Produktgewicht und grösserer geografischer Entfernung eine Rolle spielen könnte, genannt. Aufwertungen lassen das exportierte Warenvolumen von Präzisionsinstrumenten, Uhren und Bijouterie nach Deutschland und Italien um -0,5% bzw. um -2,2% sinken. Gemäss Studie könnte der Wechselkurseffekt insbesondere in Deutschland – im Vergleich zu anderen Exportmärkten – signifikant sein, weil im überdurchschnittlichen Mass Uhren des günstigeren Preissegments importiert werden. Insgesamt bestätigte die Ergebnisse der Studie aber, dass Branchen, in denen die Schweiz stärker spezialisiert ist, weniger auf Schwankungen des Wechselkurses und damit auf den Produktpreis reagierten. (awp/mc/ps)

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