Galenica erlebt dank Corona-Tests Geschäftsschub im ersten Semester

Galenica erlebt dank Corona-Tests Geschäftsschub im ersten Semester
(Bild: Galenica)

Bern – Der Apotheken- und Gesundheitskonzern Galenica hat ein fulminantes zweites Quartal hinter sich. Nachdem das Auftaktquartal noch unter der Corona-Krise und den Beschränkungen gelitten hatte, beflügelte die beispiellose Verteilung von Corona-Schnelltests im zweiten Viertel das Geschäft.

Mit den Zahlen zum ersten Semester hat Galenica denn auch klar besser abgeschnitten, als das Unternehmen selbst und Analysten vorhergesagt hatten. So ist der Umsatz in den ersten sechs Monaten um 9,9 Prozent auf 1,86 Milliarden Franken gestiegen, wie Galenica am Dienstag mitteilte.

Das Plus ist vor allem auf die Covid-Schnelltests sowie die Impfungen gegen Covid-19 in rund 260 Apotheken der Gruppe zurückzuführen. Aber auch die Portfolio-Expansion von Verfora, ein erfreuliches Umsatzplus bei der Spezialapotheke Mediservice (Home Care) und weitere Marktanteilsgewinne im Ärztesegment hätten dazu beigetragen.

Mit den Zahlen zum ersten Semester hat Galenica auch erstmals auf Basis der seit Anfang Jahr geltenden neuen Organisations- und Führungsstruktur rapportiert. So ist der Umsatz der Sparte Logistics & IT um 7,4 Prozent auf 1,38 Milliarden Franken angestiegen. Die Sparte umfasst die beiden Bereiche «Wholesale» und «Logistics & IT Services».

Die zweite Geschäftseinheit, Products & Care, setzt sich dem Geschäftsfeld «Retail» (B2C) und dem Geschäftsfeld «Professionals» (B2B) zusammen. Hier kletterte der Umsatz um 13,6 Prozent auf 918,9 Millionen Franken.

Auf Gewinnebene blieben beim adjustierten Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) 101,4 Millionen Franken übrig (+21,3%), während Galenica unter dem Strich 82,5 Millionen Franken auswies (+20,6%).

Bedeutung der Apotheken gestiegen
Im Zuge der Coronakrise habe die Bedeutung der Apotheken als erste Anlaufstelle bei Gesundheitsfragen im Berichtszeitraum nochmals zugenommen, hiess es in der Mitteilung weiter. Zwar habe man bereits ab Ende 2020 Antigen- und PCR-Tests angeboten. Im Frühjahr 2021 wurden die Dienstleistungen zur Bekämpfung von Covid-19 jedoch mit dem Impfangebot in den Apotheken ergänzt.

Per Ende Juni 2021 wurden in den Apotheken der Galenica Gruppe bereits über 80’000 Antigen- und PCR-Tests durchgeführt. Zudem erhielten über 150 Apotheken von Amavita, Sun Store und Coop Vitality in 12 Kantonen die Impfbewilligung und verabreichten über 38’000 Impfungen.

Online- und Offline-Angebote verknüpft
Gleichzeitig habe Galenica im ersten Semester 2021 die Online- und Offline-Angebote nochmals stärker verknüpft. So hätten sich die Umsätze der Versandapotheken von Amavita und Sun Store in den ersten sechs Monaten 2021 unter Einbezug der Covid-19-Selbsttests-Abonnementen verdoppelt.

Für das Gesamtjahr hat der Konzern nach dem starken ersten Semester seine Prognose denn nochmals erhöht. Unter der Voraussetzung, dass die zunehmende Mobilität der Bevölkerung nicht wieder durch verschärfte behördliche Massnahmen eingeschränkt werde, erwarte man neu ein Umsatzwachstum zwischen 5 und 8 Prozent (bisher: 3%-5%) und eine Erhöhung des adjustierten Betriebsergebnisses (EBIT, ohne Einflüsse aus IFRS 16 und IAS 19) zwischen 10 und 14 Prozent (bisher: 5-8%). Dabei gehe man davon aus, dass Erkältungs- und Grippeerkrankungen auch im kommenden Herbst und Winter auf relativ tiefem Niveau bleiben werden.

An der Börse kamen die Zahlen gut an. Nachdem die Aktien im frühen Handel bei 73,15 Franken eine neue Bestmarke gesetzt hatten, gewannen sie bis Handelsschluss immer noch 3,7 Prozent auf 71,30 Franken hinzu und liessen den Markt (SPI: +0,15%) klar hinter sich.

Analysten loben zwar das gute Abschneiden und auch den erhöhten Ausblick, fragen sich aber, wie nachhaltig die Corona-Sondereffekte das Geschäft beeinflussen. (awp/mc/ps)

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