Genolier: Doppelabgang im Verwaltungsrat

Antoine Hubert

Genolier-Verwaltungsratsdelegierter Antoine Hubert.

Genf – Bei der Genolier Swiss Medical Network SA kommt es zu einem Doppelabgang im Verwaltungsrat. Michael Schroeder und Hans-Reinhard Zerkowski treten per sofort aus dem Gremium zurück, wie die beiden über ein gemeinsames Communiqué mitteilen.

Sie sähen sich zu diesem Schritt gezwungen, nachdem sie in den vergangenen Wochen vergeblich versucht hätten, die Interessen der Minderheitsaktionäre im laufenden Übernahmeangebot der Bietergruppe Huber/Reybier wahrzunehmen, lautet die Begründung der beiden – laut eigenen Angaben – Mediziner und Unternehmer für den Rücktritt.

Zwist im VR
Eine Gruppe rund um den Delegierten des Verwaltungsrates von Genolier habe sich zuvor systematisch geweigert, einen unabhängigen Verwaltungsratsausschuss zur Beurteilung des Übernahmeangebotes zu bilden. Nachdem auf Hinweis der Übernahmekommission doch noch ein VR-Ausschuss gegründet worden sei, habe die Übernahmekommission aber einen Antrag der beiden oben erwähnten Verwaltungsräte abgelehnt, diesem Ausschuss anzugehören. Mit dem Rücktritt wolle man «die Distanzierung zum Verhalten des Verwaltungsrates bezüglich des Übernahmeangebotes zum Ausdruck bringen». Michael Schroeder hält nach eigenen Angaben noch rund 3% an Genolier und «zieht sich nun auf seine Aktionärsstellung zurück». In dieser Funktion trete er dem Übernahmeverfahren als Partei bei.

Führungsduo Hubert/Reybier
Mitte Januar hatten der Verwaltungsratsdelegierte Antoine Hubert und der französische Unternehmer Michel Reybier das Heft bei Genolier in die Hand genommen und den Aktionären der Westschweizer Privatklinikgruppe ein Pflichtangebot über 19 CHF je Aktie unterbreitet. Die M.R.S.I. Medical Research, Services & Investments SA (MRSI), an welcher Hubert und Reybier zu gleichen Teilen beteiligt sind, hält 55,28% des Aktienkapitals von Genolier. Der Machtkampf um das Unternehmen dauert schon etliche Monate.

Umsatz nach neun Monaten bei 134,9 Mio CHF
Genolier hat in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010 einen Netto-Umsatz von 134,9 Mio CHF erwirtschaftet, nach 96,9 Mio CHF im Vorjahr, wie die Spitalgruppe im Zusammenhang mit dem laufenden Übernahmeangebot am Donnerstagabend mitteilte. Bereits im letzten November hatte Genolier Angaben zum Bruttoumsatz gemacht. Dieser lag den aktuellen Zahlen zufolge bei 142,8 Mio CHF, gegenüber 104,6 Mio CHF im Vorjahreszeitraum.

Unruhen vom Sommer belasten Reingewinn
Der EBITDA nach neuen Monaten liegt bei 9,7 Mio CHF. Der höhere EBITDA und der höhere Umsatz – in der entsprechenden Vorjahresperiode 2009 lagen die Verkäufe noch bei 104,5 Mio CHF – seien auf die Akquisition der Privatklinik Bethanien zurückzuführen. Allerdings beeinflussten die Vorkommnisse im Anschluss an die Generalversammlung im Sommer den Geschäftsgang erheblich, bestätigte das Unternehmen frühere Angaben. Dies belaste auch den Reingewinn. Das detaillierte Geschäftsergebnis für 2010 will Genolier am 29. April 2011 vorlegen.

Pflichtangebot
Wie angekündigt wird Genolier am Freitag die Details zum Pflichtangebot an die Aktionäre von Genolier bekanntgeben. Dieses wurde Mitte Januar vom VR-Delegierten Antoine Hubert und dem französischen Unternehmer Michel Reybier lanciert. Sie bieten den Aktionären 19 CHF je Aktie. Die M.R.S.I. Medical Research, Services & Investments SA (MRSI), an welcher Hubert und Reybier zu gleichen Teilen beteiligt sind, hält bereits 55,28% des Aktienkapitals von Genolier. (awp/mc/ss/upf/ps)

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