Givaudan vom starken Franken etwas zurückgebunden

Gilles Andrier

Givaudan-CEO Gilles Andrier.

Vernier – Der Genfer Aromen- und Riechstoff-Hersteller Givaudan hat im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2014 auf vergleichbarer Basis zwar erneut deutlich mehr umgesetzt, wegen des Währungseffektes in Franken gerechnet aber nur knapp das Vorjahresergebnis erreicht. Besonders stark war die Nachfrage nach Luxusparfüms und in den in den Emerging Markets. Die (mittelfristigen) Ziele wurden derweil einmal mehr bestätigt.

Die Verkäufe sanken laut Mitteilung vom Freitag um 0,2% auf 1’087 Mio CHF, während auf vergleichbarer Basis – also in Lokalwährungen (LW) gerechnet sowie um Akquisitionen und Veräusserungen bereinigt – ein Plus von 5,7% resultiert hätte. Der Umsatz in der Division Riechstoffe sank ebenfalls um 0,2% auf 516 Mio CHF (+5,6% auf vergl. Basis), in der Division Aromen lag das Minus bei 0,1% auf 571 Mio (+5,8%), wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Mit den vorgelegten Zahlen hat Givaudan die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) ziemlich genau getroffen. Im Vorfeld wurde ein Gesamt-Umsatz von 1’088 Mio CHF prognostiziert, bei den Riechstoffen waren es 512 Mio und bei den Aromen 569 Mio CHF.

Das Jahr habe mit einer starken Geschäftsdynamik, einer gut gefüllten Projektpipeline und Geschäftsabschlussraten auf anhaltend hohem Niveau begonnen, heisst es, wobei die Wachstumsraten (auf vergleichbarer Basis) im Einklang mit den mittelfristigen Wachstumszielen stünden. Die Verkäufe in den Schwellländermärkten wuchsen auf vergleichbarer Basis um 9,8%.

Luxusparfümerie wächst stark
Das Wachstum von 5,6% (auf vergl. Basis) in der Division Riechstoffe war den Angaben zufolge angetrieben von allen Geschäftsbereichen, aber insbesondere von der Luxusparfümerie mit zweitstelligen Wachstumsraten (+12,3%). Ein stark zweistelliges Wachstum verzeichneten dabei insbesondere die Schwellenmärkte. Lateinamerika, Osteuropa oder der Nahe Osten etwa hätten von Neuabschlüssen sowie einem Volumenwachstum der vorhandenen Geschäfte profitiert, heisst es. Das Konsumgeschäft erreichte ein Plus von 4,0%, dasjenige der Riechstoffingredienzen eines von 5,8%.

Im Aromenbereich konnte den Angaben zufolge in allen Segmenten ein Wachstum erzielt werden, wobei die Sparten Getränke, Milchprodukte und Snacks besonders gute Ergebnisse geliefert hätten. Die Verkäufe in der Region Asien-Pazifik stiegen insgesamt um 10,5%, in Europe, Afrika und dem Nahen Osten um 3,5%, in Lateinamerika um 15,4% (vor allem Argentinien und Brasilien) und in Nordamerika um 0,2%.

Ziele und Rohstoff-Ausblick bestätigt
Die mittelfristigen Hauptziele bleiben derweil unverändert: Ein jährliches organisches Wachstum von 4,5 bis 5,5% bei einem erwarteten Marktwachstum von 2 bis 3%. Die EBITDA-Marge soll dauerhaft auf einem „branchenführenden“ Niveau liegen und gleichzeitig soll der freie Cash flow bis 2015 zwischen 14–16% des Umsatzes gehalten werden.

Letzteres sei allerdings „ambitiös“, sagte Givaudan-Sprecher Peter Wullschleger gegenüber AWP, nachdem 2013 ein deutlicher Anstieg auf 15,2% von zuvor 12,0% verzeichnet wurde. Man sei gezwungen stark zu wachsen, um den Wert zu halten. Givaudan habe zuletzt stark von der Entwicklung beim Betriebskapital (Working Capital), von der Reduktion der Steuern und tieferen Investitionen profitiert.

Bekräftigt wurde ausserdem die Absicht, mehr als 60% des freien Cashflows an die Aktionäre auszuschütten. Bezüglich erwarteter Rohstoffentwicklung wiederholte Sprecher Wullschleger ebenfalls früher gemachte Aussagen, wonach die für den Konzern relevanten Rohstoffkosten dieses Jahr 2-3% höher sein dürften. Die Preise wurden dabei im Durchschnitt um rund 1% erhöht.

Vorbörslich notiert das Givaudan-Papier 0,8% tiefer, allerdings in einem allgemein schwachen Gesamtmarkt (SMI -0,7%). (awp/mc/upd/ps)

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