GKB steigert 2015 Konzerngewinn und übertrifft eigene Erwartungen

Alois Vinzens

Alois Vinzens, Vorsitzender der Geschäftsleitung Graubündner Kantonalbank (GKB). (Foto: GKB)

Chur – Die Graubündner Kantonalbank (GKB) hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2015 operativ wie erwartet etwas weniger verdient. Der ausgewiesene Konzerngewinn ist dagegen gewachsen und hat die bankeigenen Erwartungen übertroffen. Die Inhaber der Partizipationsscheine sollen eine unveränderte Dividende von 38 CHF erhalten.

Der Geschäftsertrag des Bündner Kantonsinstituts verminderte sich in der Berichtsperiode um 2,9% auf 369,1 Mio CHF. Die Kosten nahmen geringfügig um 1,3% auf 175,0 Mio ab. Daraus resultierte ein um 3,9% tieferer operativer Geschäftserfolg von 179,1 Mio CHF. Die Cost-Income-Ratio verschlechterte sich geringfügig auf 50,2% nach 49,5%.

Erfolg aus Verkauf der Swisscanto Beteiligung
Dank eines deutlich höheren ausserordentlichen Ertrag als im Vorjahr – hier wirkte sich insbesondere der Gewinn aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung in Höhe von 16,8 Mio positiv aus – nahm der Konzerngewinn um 4,4% auf 168,2 Mio CHF zu. Damit liegt das Ergebnis über den Prognosen des Managements, welches Ende Juli einen Konzerngewinn von 160 bis 165 Mio CHF in Aussicht gestellt hatte.

Die Analysten der ZKB hatten im Vorfeld einen Geschäftserfolg von 169 Mio und einen Konzerngewinn von 166 Mio geschätzt.

«Die Graubündner Kantonalbank hat im Geschäftsjahr 2015 trotz erschwerten Rahmenbedingungen ein gutes Ergebnis erzielt», wird CEO Alois Vinzens in der Mitteilung der Bank vom Freitag zitiert.

Im zentralen Zinsgeschäft ging der Nettoerfolg als Folge der negativen Geld- und Kapitalmarktsätze um 2,3% auf 230,4 Mio CHF zurück. Das gute Risikoergebnis habe den Zinsertrag nur leicht durch Wertberichtigungen von 0,4 Mio beeinträchtigt. Mit 0,27% weiterhin auf historisch tiefem Niveau bewege sich der Bestand an Krediten mit Zahlungsverzug (Non Performing Loans), hält die GKB weiter fest.

Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft nahm um 5,6% auf 106 Mio ab. Und der Handelserfolg verbesserte sich angetrieben durch eine deutliche Zunahme an Fremdwährungstransaktionen um 7,7% auf 22,3 Mio CHF.

Deutlich geringerer Neugeldabfluss
Die Kundenausleihungen erhöhten sich insgesamt um 8,3% oder 1,3 Mrd auf 17,6 Mrd. Die Zunahme sei dabei auf Sonderfaktoren und nicht auf eine Veränderung der Risikopolitik zurückzuführen, begründet die GKB. So seien durch das Cash Management kurzfristige Kundenausleihungen in Höhe von 400 Mio an öffentlich-rechtliche Körperschaften generiert worden. Im Weiteren ist die Bank im Hypothekargeschäft erneut auch ausserkantonal gewachsen.

Weiterhin sehr komfortabel präsentiert sich die Eigenkapitalausstattung. Die gewichtete Kapitalquote (CET1-Ratio) liegt zum Jahresende bei 18,7% und besteht weiter vollständig aus hartem Kernkapital.

Konzerngewinn 2016 166 bis 171 Mio
Im laufenden Jahr rechnet das Management mit einem weiterhin anspruchsvollen Umfeld. Der Konzerngewinn soll in der Grössenordnung von 166 bis 171 Mio CHF zu liegenkommen, der Geschäftserfolg zwischen 170 und 175 Mio. Bezüglich Neugeld peilt das Institut einen Zufluss von 200 Mio an. Die GKB sei zuversichtlich, den eingeschlagenen Wachstumskurs im Geschäftsjahr 2016 fortsetzen zu können, gibt sich Bankpräsident Peter Fanconi optimistisch.

Strategisch im Fokus steht im laufenden Jahr insbesondere die kontinuierliche Umsetzung der Digitalstrategie. So sollen 2016 ein neues e-Banking, eine neue Website, Payment und Kundenportale lanciert bzw. vorangetrieben werden. Aus dem Verkauf der Swisscanto-Beteiligung an die ZKB rechnet die GKB für die Jahre 2016 bis 2018 mit einer fortlaufenden Verkaufsentschädigungen von 5 bis 7 Mio CHF pro Jahr.(awp/mc/cs)

 

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