Gurit mit Gewinnwarnung

Rudolf Hadorn
Gurit-CEO Rudolf Hadorn. (Foto: Gurit)

Wattwil – Der Spezialkunststoffhersteller Gurit stellt für das auslaufende Jahr 2018 eine tiefere Profitabilität in Aussicht, weil der Autobereich rote Zahlen schreibt. Nun soll dieses Geschäft abgestossen werden.

Das Betriebsergebnis werde nur 6,5 bis 7,5 Prozent des Umsatzes ausmachen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Bislang war ein Wert im mittleren Bereich des Zielbandes von 8 bis 10 Prozent in Aussicht gestellt worden.

Der Grund für die Gewinnwarnung seien verschiedene Probleme der Sparte Composite Components, sagte CEO Rudolf Hadorn auf Anfrage von AWP. Ohne die Verluste dieser Sparte wäre die Marge laut den Angaben oberhalb des Zielbandes zu liegen gekommen. „Das ist ein grosses Versprechen für die Zukunft“, so der CEO.

Verkauf noch im Jahr 2019
Denn der Bereich soll nun zunächst restrukturiert und dann veräussert werden, teilte Gurit weiter mit. „Wir wollen zügig vorwärts machen und den Verkauf nach Möglichkeit 2019 abschliessen“, so Hadorn.

Die Chancen, einen Käufer zu finden, seien gut, meinte er. Grundsätzlich sei er für den Markt, in dem Composite Components tätig ist, positiv gestimmt. Gurit sei aber der falsche Besitzer, weil das Geschäft zu klein sei und sich innerhalb des Konzern der Fokus in Richtung Windkraft verschoben habe.

Rund 250 Mitarbeiter
Composite Components stellt Karbonteile für die Automobilindustrie her. Der Bereich wies nach den ersten neun Monaten des laufenden Jahres einen Umsatztaucher von über 36 Prozent auf noch 11 Millionen Franken aus. Zum Vergleich: Die gesamte Gurit-Gruppe erzielte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von gut 295 Millionen.

Der Grund für den Absturz war primär der Einbruch der Nachfrage von einem italienischen Autohersteller. Dies führte laut CEO Hadorn zu einer massiven Unterauslastung der Werke. Zudem seien diverse Produkte lanciert worden, was zu zusätzlichen Kosten geführt habe.

Während der nun zunächst geplanten Restrukturierung soll die Fertigung im ungarischen Werk konzentriert werden. Das zweite Werk in Grossbritannien soll hingegen geschlossen werden. Allerdings werde der britische Standort, wo das Management und die Entwicklungsabteilung sitzt, beibehalten werden, wie Hadorn betonte. Insgesamt beschäftige Composite Components derzeit rund 250 Mitarbeiter.

An der Börse kamen die Neuigkeiten anfänglich schlecht an, die Gurit-Aktie stürzte bei Handelsbeginn gegen 10 Prozent ab. Das Papier erholte sich aber wieder und schloss lediglich 0,4 Prozent tiefer bei 906 Franken. (awp/mc/ps)

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