Holcim bekennt sich weiter zu Fusion mit Lafarge

Holcim

(Foto: Holcim)

Zürich – Holcim will weiter an der Fusion mit dem französischen Zementkonzern Lafarge festhalten. In einer E-Mail reagierte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von AWP auf die heftige Kursreaktion der Aktie nach dem Entscheid der SNB, die Euro-Untergrenze zum Franken aufzuheben. «Holcim hält an den Merger-Plänen fest», schreibt Peter Stopfer am Donnerstag.

Üblicherweise kommentiere man Aktienbewegungen nicht, heisst es weiter. Die Aktienreaktion habe aber im Rahmen der Gesamtmarktbewegung gelegen. Die Holcim-Aktie notiert aktuell mit -11,2% bei 63,55 CHF. Zeitweise hatte das Minus mehr als 20% betragen. Der SMI gibt unterdessen 9,5% ab.

Begrenzte FX-Sensitivität
Die Entscheidung der Nationalbank selbst wolle man nicht kommentieren, hiess es weiter. Währungsschwankungen hätten jedoch eine begrenzten Einfluss auf das Betriebsergebnis von Holcim. Dabei verwies der Sprecher auf den Geschäftsbericht 2013 des Unternehmens. Darin wird in einer Analyse der Währungs-Sensitivität bei einer 5-prozentigen Abwertung des Euro zum Franken ein negativer Effekt von 114 Mio auf den damaligen Umsatz von 19,7 Mrd CHF errechnet, beim EBITDA (2013: 3,9 Mrd CHF) von -15 Mio. Auf Stufe Nettoergebnis wird kein Einfluss gesehen.

Umtauschverhältnis könnte unter Druck geraten
Mit dem heutigen SNB-Entscheid hat der Euro zum Franken massiv abgewertet und liegt derzeit bei 1,0254 CHF, ein Minus von rund 14,6%. Marktteilnehmer rechnen damit, dass mit der deutlichen Abwertung des Euro zum Franken auch das Umtauschverhältnis der Holcim- und Lafarge-Aktien bei der geplanten Fusion unter Druck geraten könnte. Bei der Bekanntgabe der Pläne im April 2014 wurde das Tauschverhältnis der Lafarge-Aktien in Holcim-Titel auf eins zu eins festgesetzt. Bereits früher hatten Analysten darauf verwiesen, dass sich seitdem der Geschäftsgang der beiden Konzerne unterschiedlich entwickelt habe und das Verhältnis nicht mehr der Leistungsfähigkeit entspreche.

Lonza befürchtet Folgen auf Wettbewerbsfähigkeit von Visp
Der Lifescience-Konzern Lonza zeigt sich derweil besorgt über den SNB-Entscheid. «Die Ankündigung der SNB, die Euro-Untergrenze aufzuheben, kommt völlig überraschend», heisst es in einem Statement am Donnerstag. Lonza habe zwar ein natürlichen Hedging zum Euro und Dollar. Ein schwächerer Euro werde sich aber «negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit unseres Standortes in Visp auswirken», heisst es weiter.

Über 90% der Produkte aus Visp gehen laut dem Statement in den Export – «zu einem guten Teil auch in den Euro-Raum». Der Euro-Mindestkurs sei für den Standort Visp eine wichtige Massnahme gewesen, um wettbewerbsfähig zu sein. «Die effektiven Auswirkungen können erst abgeschätzt werden, wenn sich der Wechselkurs wieder auf einem bestimmten Niveau stabilisiert hat», so das Statement weiter. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.