Holcim übernimmt belgischen Bauausrüster Cantillana

(Bild: Holcim)
(Bild: Holcim)

Zug – Holcim setzt die Einkaufstour von kleineren Unternehmen fort: Der weltgrösste Baustoffkonzern übernimmt den belgischen Bauspezialisten Cantillana, der einen Umsatz von schätzungsweise 80 Millionen Euro im laufenden Jahr erzielen dürfte.

Mit dem Erwerb des Anbieters von Fassadenbau- und Wärmedämmungs-Sstemen werde Holcim seine Position in den Bereichen Gebäuderenovation und Energieeffizienz weiter stärken, teilte das Schweizer Unternehmen am Mittwoch in einem Communiqué mit. Der Kaufpreis wurde nicht genannt.

Cantillana betreibt mit 200 Mitarbeitern neun Produktionsstätten in Belgien, Frankreich, Deutschland und den Niederlanden. «Diese Ergänzung stärkt unsere Präsenz in Europa weiter», schrieb Holcim.

Cantillana ist zu 100 Prozent im Besitz der Familie Stadsbader. Die Firma wurde 1875 im belgischen Sint-Niklaas als Zweigstelle eines Bauunternehmens gegründet. 1982 wurde das Unternehmen von der Stadsbader-Gruppe übernommen.

Ergänzungsakquisitionen fortgesetzt
Holcim will mit der Übernahme das Wachstum der neuen Sparte Lösungen & Produkte beschleunigen, die durch den Kauf des US-Dachspezialisten Firestone entstand. Die Sparte soll bis 2025 einen Anteil von 30 Prozent des Konzernumsatzes erreichen.

Im Januar hatte der Konzern mit Sitz in Zug mit PRB den grössten unabhängigen französischen Hersteller von Beschichtungen, Dämmstoffen, Klebstoffen und Bodenbelägen übernommen. Wenige Tage später folgte der Kauf des belgischen Bauspezialisten PTB-Compaktuna (PTB), der ebenfalls im Bereich Energieeffizienz- und Renovierungslösungen tätig ist. Im Mai erwarb Holcim mit Izolbet einen Anbieter von Bauspeziallösungen.

Die geografische Präsenz von Cantillana sei sehr komplementär zur PRB-Gruppe, genauso wie das Produktportfolio der PTB-Compaktuna, schrieb Holcim weiter.

Mitte Mai hatte Holcim sein Geschäft in Indien für 6,4 Milliarden Franken verkauft. Die Mittel aus dem Verkauf sollen in erster Linie für den Ausbau des Bereichs «Lösungen & Produkte» verwendet werden. Laut Konzernchef Jan Jenisch werden rund 10 Akquisitionsziele genauer untersucht. Darunter seien sowohl grössere Unternehmen als auch Ergänzungsakquisitionen. (awp/mc/pg)

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