Holcim will höhere Rendite erzielen

Rolf Soiron

Rolf Soiron, VRP Holcim. (Foto: Holcimfoundation)

Zürich – Das Holcim-Management will eine höhere Rendite erzielen und die Investitionen zurückfahren. Der Fokus liegt auf der Wertschöpfung aus den bestehenden Produktionsstandorten. Die Mittel sollen auch den Aktionären über eine «progressive Dividende» zu Gute kommen. Die geplante Fusion mit dem französischen Wettbewerber Lafarge ist auf Kurs und von den zuständigen Wettbewerbsbehörden hat Holcim erste positive Reaktionen erhalten.

Der um Mergerkosten bereinigte Betriebsgewinn auf vergleichbarer Basis werde 2015 voraussichtlich zwischen 2,7 und 2,9 Mrd CHF liegen, heisst es am Dienstag in einer Mitteilung des Unternehmens zum Investoren- und Analystentag. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 hatte Holcim einen Betriebsgewinn von 2,4 Mrd CHF ausgewiesen, für das laufende Jahr 2014 nennt der Konzern hier ein «organisches Wachstum» als Zielmarke.

Das Kostensenkungsprogramm Holcim Leadership Journey soll über 2014 hinaus fortgeführt werden und weiterhin dient dabei der «Return on invested Capital» (ROIC) nach Steuern als zentrale Erfolgskennziffer. Die steigende Auslastung bestehender Werke in Verbindung mit laufenden Kostensenkungen soll zu einem verbesserten ROIC nach Steuern von gegen 8% führen (2013: 7,3%). In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres hatte Holcim einen ROIC, jedoch vor Steuern, von 8,2% ausgewiesen, nach 7,2 % im Vorjahreszeitraum.

Fokus auf nachhaltiger Wertschöpfung
2015 werde zudem die Expansionsstrategie abgeschlossen und der Fokus liege auf der nachhaltigen Wertschöpfung auf Basis des bestehenden Produktionsnetzwerkes. Holcim plant daher für 2015 eine signifikante Senkung der Investitionsausgaben auf 1,5 Mrd CHF. Die bestehenden Betriebseinheiten reichten aus, um in den kommenden Jahren nachhaltig Wert zu schaffen, wie aus der Präsentation zu den Finanzzielen hervor geht. Die bestehenden Kapazitäten würden ausreichendes Wachstum ohne grössere Investitionen ermöglichen. Eine höhere Auslastung habe zudem einen positiven Effekt auf die Marge.

Progressive Dividende
Holcim rechnet für das kommende Jahr mit einem starken Free Cash Flow. Die Mittel sollen zur Stärkung der Bilanz und Verbesserung des Kreditratings verwendet werden. Holcim will ein Unternehmen mit «solidem BBB-Rating» werden, heisst es. Ein Teil der Mittel soll an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, «grösstenteils über eine progressive Dividende», wie es in der Präsentation heisst.

Die 2012 konzernweit gestartete Holcim Leadership Journey habe sich zu einem grossen Erfolg für Holcim entwickelt. Bereits drei Monate vor Ende des Jahres 2014 wurde ein Beitrag von rund 1,7 Mrd CHF erzielt, der damit deutlich über dem ursprünglich angestrebten Beitrag zum Betriebsgewinn von 1,5 Mrd liege, betont das Unternehmen. Als Vergleichsbasis dient dabei das Jahr 2011.

Für 2015 rechnet Holcim mit einer höheren globalen Wachstumsdynamik und erwartet, gestützt auf die Schätzungen des IMF, das BIP-Wachstum bei rund 3,8% verglichen zu geschätzten 3,3% im laufenden Jahr. Der globale Zement-Verbrauch (ohne China) werde um rund 5% steigen und die generelle Inflation wird bei 3 bis 4% erwartet.

Fusion mit Lafarge auf Kurs
Holcim rechnet für die Fusion mit Lafarge mit einem Abschluss der laufenden wettbewerbsrechtlichen Prüfungen in den einzelnen Ländern und Regionen bis Februar 2015. Der regulatorische Prozess sei auf Kurs und man habe erste positive Reaktionen erhalten. Derzeit lägen bereits die wettbewerbsrechtlichen Genehmigungen aus sieben Ländern vor. Dies sind Russland, Ukraine, Türkei, Kenia, Singapur, Marokko (unter Auflagen) und Südafrika. Insgesamt wurden bei 20 Behörden Anträge auf Genehmigung eingereicht, darunter in der EU, USA, Kanada, China, COMESA (Common Market for Eastern and Southern Africa) und Indonesien.

Auch der Prozess des geplanten Verkaufs von Unternehmensteilen sei auf gutem Wege, heisst es weiter. In der Phase eins seien Information Memoranda (IMs›) an rund 100 Interessenten versandt worden. Der Auswahlprozess für die Phase zwei des Verkaufsprozesses sei abgeschlossen und das Bietverfahren habe begonnen. Die Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen an den betroffenen europäischen Standorten habe «auf eine gemeinschaftliche Art und Weise» begonnen. Der Abschluss der geplanten Fusion wird weiterhin im Verlauf des ersten Semesters 2015 erwartet. (awp/mc/pg)

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