Implenia schliesst 2017 mit höherem Umsatz ab

Anton Affentranger
Implenia-CEO Anton Affentranger. (Foto: Implenia)

Dietlikon – Implenia hat im Geschäftsjahr 2017 dank eines besser verlaufenen zweiten Halbjahres den Umsatz gegenüber dem Vorjahr erhöht. Generell sei die Ergebnisentwicklung gut gewesen, urteilt das Unternehmen. Speziell auf Stufe EBITDA habe man einen Rekordwert erreicht. Wichtig für den weiteren Geschäftsverlauf sind auch die Auftragsbücher. So liegt der Auftragsbestand auf Rekordniveau.

Das vergangene Jahr hatte schwach begonnen und der Konzern musste im Sommer 2017 Abschreibungen und Rückstellungen über 35 Mio CHF vornehmen. Danach hat das Geschäft angezogen. «Wir sind über die Performance in der zweiten Jahreshälfte sehr glücklich», sagte Implenia CEO Anton Affentranger am Donnerstag an der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Die Integration der Bilfinger Hochbau per März vergangenen Jahres habe dem Konzern nochmals Anschub gegeben und die deutsche Tochter sei gut positioniert für zukünftiges Wachstum, so der Unternehmenschef weiter.

Der Umsatz stieg im Berichtsjahr fremdwährungsbereinigt um 17,3% auf 3,86 Mrd CHF. Der EBIT der Geschäftsbereiche ging derweil um 34,9% auf 64,5 Mio und das operative Ergebnis um 33,9% auf 63,6 Mio CHF zurück. Unter dem Strich resultierte ein Überschuss von 39,0 Mio CHF, was einem Minus von 37,8% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Als Dividende sollen unverändert 2,00 CHF pro Aktie ausgeschüttet werden.

Metropolregionen stärker als Gesamtmarkt
Für die Schweiz ist CEO Affentranger optimistisch und rechnet mit weiter wachsenden Baumärkten bis 2020, sowohl im Hochbau als auch im Tiefbau. Auch wenn die Zinsen wieder etwas steigen dürften, blieben sie doch auf historisch tiefem Niveau. Die Leerstandquoten würden zwar in einigen Regionen steigen, die Frage sei jedoch, wo dies geschehe. In den Metropolregionen, in denen Implenia aktiv ist, sei die Lage besser.

Zudem ist Affentranger optimistisch was den deutschen Markt angeht und rechnet mit wachsenden Ausgaben der öffentlichen Hand, sowohl für Wohnungsbau als auch für Infrastrukturprojekte. Aber auch in Norwegen, Schweden oder Österreich sei die Finanzierung der Projekte gut finanziert. «In allen Heimatmärkten, in denen wir vertreten sind, sind die Aussichten positiv», betonte Affentranger.

Sehr zufrieden zeigt sich der Konzernchef mit dem Projektentwicklungsgeschäft, mit dem Implenia nur in der Schweiz aktiv ist. «Hier haben wir erneut ein Rekordergebnis erzielt.» Auch die Bereiche Buildings und Infrastructure haben zum guten Ergebnis beigetragen. Bei Infrastruktur habe sich insbesondere der Tunnelbau mit Projekten in Österreich oder Frankreich gut entwickelt. Hier sei die Strategie der Internationalisierung bestätigt worden. Im vergangenen Jahr hätten sich bis auf Norwegen in allen Regionen die Erwartungen erfüllt.

Norwegen soll sich stabilisieren
Während Deutschland die Produktionsleistung aufgrund der Integration von Bilfinger Hochbau um 33% steigerte, verzeichneten Schweden (-4,8%) und Österreich/Rumänien (-1,4%) leichte Rückgänge. In Norwegen ging die Leistung um rund 22% deutlich zurück. Hier will Affentranger im laufenden Jahr eine Stabilisierung auf dem Vorjahresniveau bei rund 300 Mio CHF erreichen.

EBIT-Marke von 140 Mio CHF im Blick
Für die Zukunft zeigt sich das Unternehmen angesichts der vollen Auftragsbücher zuversichtlich. Mit 6,0 Mrd CHF habe der Auftragsbestand der Gruppe das Rekordniveau gehalten. Für das laufende Jahr 2018 wird beim EBIT als Ziel angegeben, dass man die alte Zielmarke von 140 Mio CHF «knacken» wolle.

Die mittelfristige Zielsetzung wird beibehalten. Demnach strebt Implenia ein Top-Line-Volumen von rund 5 Mrd CHF und eine EBITDA-Marge im Bereich 5,25 bis 5,75% an.

Mit dem Zahlenset hat Implenia die Erwartungen der Analysten knapp übertroffen und auch der Ausblick dürfte das Vertrauen der Investoren stärken. Die Aktien reagieren positiv und legen in einem klar schwächeren Gesamtmarkt (SPI -0,9%) um 2,4% zu. (awp/mc/ps)

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