Infranor H1: Umsatz steigt auf 23,2 Mio CHF

Infranor

Zürich – Der Automatisierungsspezialist Infranor hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2011/12 (per 31.10.) den Gruppen-Umsatz leicht gesteigert. Auftragseingang und Gewinnziffern waren dagegen rückläufig. Trotz der Gewinnwarnung von vergangener Woche zeigt sich das Unternehmen für das laufende Geschäftsjahr nicht allzu pessimistisch.

Der Umsatz wurde um 5,0% auf 23,2 Mio CHF gesteigert, wogegen der Auftragseingang um 14% auf 21,9 Mio zurückging. Der EBIT sank um 16,7% auf 1,55 Mio und die entsprechende Marge auf 6,7 von 8,5%, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte.

Gewinnrückgang- und Warnung
Unter dem Strich resultierte noch ein Reingewinn von 0,36 Mio CHF nach einem Gewinn von 0,67 Mio im Vorjahreszeitraum, wie Infranor bereits anlässlich einer Gewinnwarnung vor einer Woche bekanntgegeben hatte. Damals hiess es, im Gesamtjahr 2011/12 sei noch mit einem Konzernumsatz von 46 Mio und einem Reingewinn von 1,1 Mio zu rechnen, nachdem diese Werte zuvor auf 54 Mio und 2,5 Mio geschätzt worden waren. Diese Prognose wird heute bestätigt.

Der Umsatz sei zuletzt in praktisch allen Märkten gestiegen. Der Auftragsrückgang hingegen entspreche der weltwirtschaftlichen Konjunkturentwicklung der vergangen Monaten sowie der Abschwächung des Euros gegenüber dem Schweizer Franken, begründete Infranor die Gewinnwarnung vor einer Woche. Das zweite Halbjahr werde zudem für beide Divisionen – Infranor und Cybelec – zurückhaltend beurteilt.

Nach gutem Start nachlassendes Momentum
Der Aufschwung aus dem Vorjahr habe sich zu Beginn des Geschäftsjahres im Mai vorerst fortgesetzt, im Juli hätten sich dann die ersten Zeichen eines nachlassenden Wachstums gezeigt, sowohl in den reifen Märkten als auch in den Schwellenländern, heisst es in der heutigen Mitteilung. Der Auftragsbestand lag per Ende Oktober bei 8,6 Mio und damit 17% unter dem Stand von Ende April.

Produktivität gehalten
Die Produktivität habe dank einer strikten Kostenkontrolle praktisch gehalten werden können. Die Nettoverschuldung verringerte sich zum Ende der Berichtsperiode auf 16,1 Mio CHF nach 17,1 Mio vor sechs Monaten.

Der mit einem Umsatzanteil von 61% grössere Geschäftsbereich Infranor verzeichnete gegenüber dem Vorjahr einen Rückgang der Aufträge um 17%, während der Umsatz 12% höher ausfiel. Dank kaum veränderter Gemeinkosten und Abschreibungen wurde der EBIT auf 1,9 Mio knapp verdoppelt, die EBIT-Marge erreichte 13%. Seit dem Sommer verzeichneten einige Grosskunden, vor allem in Deutschland und in geringerem Umfang auch in der Schweiz und in Spanien eine «vorübergehende Stagnation in ihren jeweiligen Märkten», was sich nachteilig auf den Auftragseingang ausgewirkt habe.

Cybelec: Nachlassendes Wachstum in allen Märkten
Der kleinere Geschäftsbereich Cybelec, welcher im Wesentlichen von der weltweiten Entwicklung der Investitionen in die Infrastruktur abhängt, war mit einem nachlassenden Wachstum in allen Märkten konfrontiert. So reduzierte sich der Auftragseingang um 11% und der Umsatz um 5%. Die EBIT-Marge habe sich gegenüber dem Vorjahr (10%) praktisch nicht verändert, was auf die ungünstige Entwicklung der Bruttomarge zurückzuführen sei. Diese habe nicht nur unter dem hohen Kurs des Frankens gelitten sondern auch unter steigenden Einkaufspreisen in Schwellenländern.

Kein Einbruch erwartet
Trotz des konjunkturellen Gegenwinds zeigt sich das Unternehmen im Ausblick auf das Gesamtjahr 2011/12 nicht allzu pessimistisch. Aufgrund des ausgeprägten weltweiten Abschwungs würden Investitionen in neue Ausrüstungsgüter derzeit verschoben. Angesichts eines «eher steigenden Bedarfs» an industrieller Automatisierung, dem Geschäftsfeld der Division Infranor, sei hier jedoch nicht mit einem dramatischen Rückgang zu rechnen. Infranor verfolge daher die Wachstumsziele unbeirrt weiter.

Die Division Cybelec habe für 2012 dank der anstehenden Einführung neuer Produkte «erfreuliche Perspektiven, die allerdings durch eine nachlassende Dynamik in einigen Märkten beeinträchtigt werden dürfte». Im Augenblick verfolge die Division eine Strategie der Dezentralisierung, mit einer Ausweitung der Geschäfte auf die Schwellenländer.

Infranor gehört zu 78% der Beteiligungsgesellschaft Perrot Duval. Diese hatte am gestrigen Montag für das erste Semester einen Verlust von 0,5 Mio CHF bekanntgegeben. (awp/mc/pg)

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