IVF Hartmann verdient 2017 weniger – Höhere Dividende

Claus Martini
IVF Hartmann-CEO Claus Martini.

Neuhausen – Die IVF Hartmann-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2017 leicht weniger umgesetzt als im Vorjahr. Auch auf Gewinnstufe resultierte, wie bereits früher angekündigt, aufgrund der Umsetzung der Strategie 2020 ein leichter Rückgang. Die Aktionäre sollen dennoch eine höhere Dividende von 2,50 CHF (VJ 2,40 CHF) erhalten. Das Unternehmen rechnet mit einem weiter anhaltenden Preisdruck bei den Kunden.

Die IVF Hartmann-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2017 einen Umsatz von 133 Mio CHF, was einem Rückgang von 1,3% gegenüber dem Vorjahr entspricht. Den Rückgang begründet das Unternehmen in einer Mitteilung vom Montag mit Sondereffekten (Verlust eines Grosskunden) sowie dem anspruchsvolle Marktumfeld, das sich durch einen anhaltenden Kostendruck, erodierende Margen und ein zunehmend volatileres Nachfrageverhalten ausgezeichnet habe.

Unterschiedliche Segmentsentwicklung
Dabei entwickelten sich die einzelnen Segmente unterschiedlich. Während das Segment Wundmanagement aufgrund des Verlusts der Bestellungen eines Grosskunden einen Umsatzrückgang von 2,8% auf 41,0 Mio hinnehmen musste, wurde im Infektionsmanagement trotz Preisdrucks eine Steigerung um 2,3% auf 45,9 Mio verzeichnet.

Beim Inkontinenzmanagement hielt sich der Umsatz mit 28,7 Mio auf Vorjahresniveau. Die weiteren Konzernaktivitäten verbuchten eine Abnahme von 8,0% auf 17,4 Mio. Die Einbusse entstand gemäss Mitteilung primär beim Verkauf von Watteprodukten.

Das Betriebsergebnis (EBIT) verringerte sich dagegen um 3,5% auf 19,0 Mio; auf einen rückläufigen EBIT hatte das Unternehmen die Marktteilnehmer allerdings bereits im vergangenen September anlässlich der Veröffentlichung des Halbjahresergebnisses vorbereitet. Die entsprechende Marge verringerte sich auf 14,35 auf 14,7%.

Zum 31. Dezember 2017 beschäftigte die IVF Hartmann 388 Mitarbeitende (VJ 376). Die Personalkosten reduzierten sich dennoch auf 34,5 Mio von 36,2 Mio , insbesondere aufgrund der im Vorjahr gebildeten Restrukturierungsrückstellungen.

Der Konzerngewinn ging auf Grund der um 1,4 Mio auf 5,3 Mio gestiegenen Investitionen und «erheblicher» Aufwendungen für die Strategieumsetzung um 2,7% auf 16,0 Mio zurück. Insgesamt habe die Gruppe ein «sehr solides» Ergebnis erwirtschaftet, schreibt IVF Hartmann weiter.

Für das Unternehmen sei 2017 die Umsetzung der Strategie 2020 im Vordergrund gestanden. In allen Projekten – Einstieg in neue Wachstumsfelder sowie in digitale Geschäftsmodelle, Modernisierung der Produktion und der Ausbau der Logistik – sei es gut vorangekommen.

Temporär tiefere Resultate
Die Gesellschaft geht davon aus, dass der Preisdruck durch Budgetbeschränkungen bei den Kunden, durch den wachsenden und zunehmend globalisierten Wettbewerb sowie durch die Revision der Rückerstattungssysteme in der Schweiz weiter steigen werde. Aufgrund des hohen Importanteils des Unternehmens werde die Abschwächung des Schweizer Frankens gegenüber dem Euro überdies einen signifikanten Anstieg der Beschaffungskosten bewirken, schreibt IVF Hartmann.

Zusätzlich rechnen die Gesellschaft mit leicht steigenden Rohstoffpreisen.

Die Gesellschaft wolle aber ihr Programm zukunftsgerichteter Investitionen konsequent fortzusetzen. Temporär leicht tiefere Resultate während der Umsetzung der Strategie 2020 nehmen sie bewusst in Kauf, heisst es weiter. (awp/mc/ps)

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