Jacques de Watteville verlässt das SIF

Jacques de Watteville
Jacques de Watteville, Chefunterhändler der Schweiz mit der EU.

Jacques de Watteville bleibt EU-Chefunterhändler trotz seines Rücktritts als SIF-Staatssekretär.

Bern – Der Staatssekretär des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF) Jacques de Watteville (64) verlässt das SIF per Ende Juni 2016 aus Altersgründen. Seine Funktion als Chefunterhändler für die Gesamtheit der Verhandlungen mit der Europäischen Union wird er über die Pensionierung hinaus im Rang eines Staatssekretärs ausüben, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilt.

Jacques de Watteville lässt sich im Sommer als Staatssekretär des SIF ordentlich pensionieren. Über seine offizielle Pensionierung hinaus, wird der Diplomat weiterhin als Chefunterhändler für die Gesamtheit der Verhandlungen mit der Europäischen Union im Rang eines Staatssekretärs tätig sein. Er ist dafür verantwortlich, die Verhandlungen zu koordinieren und basierend auf der Strategie des Bundesrates ein Gesamtergebnis zu erzielen. In diesem Rahmen informiert er den Gesamtbundesrat regelmässig. Jacques de Watteville übt diese Tätigkeit seit dem 12. August 2015 aus und ist in dieser Funktion dem Vorsteher des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA) unterstellt. Dies wurde heute vom Bundesrat bestätigt.

Normalisierung der bilateralen Beziehungen
Jacques de Watteville leitete das SIF seit dem 1. November 2013. Unter seiner Leitung wurden wichtige Reformen im internationalen Finanz- und Steuerbereich im Interesse der Schweiz umgesetzt. Zahlreiche Anpassungen wurden in den Vorjahren in die Wege geleitet und befinden sich jetzt in der Umsetzungsphase. Dazu gehören namentlich der automatische Informationsaustausch in Steuersachen (AIA), Verbesserungen des Marktzugangs für Finanzdienstleistungen, neue Kapitalvorschriften im Zusammenhang mit den «Too-big-to-fail»-Bestimmungen und Anpassungen im Bereich der Finanzmarktregulierung. Im Bereich der Bekämpfung von Geldwäscherei und Terrorismusfinanzierung passte die Schweiz ihren Rechtsrahmen internationalen Standards an. Schliesslich konnte sich die Schweiz die erneute Teilnahme an den Finanztreffen der G20 unter der Präsidentschaft Chinas 2016 sichern. In der Amtszeit von Jacques de Watteville konnten die bilateralen Beziehungen, insbesondere mit den USA und den Nachbarländern weitestgehend normalisiert werden.

Der Bundesrat wird zu gegebener Zeit über die Nachfolge befinden. (admin.ch/mc/ps)

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