Kantone im internationalen Wettstreit um Fachkräfte steuerlich sehr gut positioniert

Kantone im internationalen Wettstreit um Fachkräfte steuerlich sehr gut positioniert
(Bild: Coloures-Pic/AdobeStock)

Basel – Der BAK Taxation Index 2019 zeigt, dass sich der internationale Steuerwettbewerb im Bereich der hoch qualifizierten Arbeitnehmer gegenüber 2017 verschärft hat. So haben bedeutende Player wie Frankreich und die USA die Belastung jüngst deutlich reduziert. Da die Schweizer Kantone ihre fiskalpolitischen Hausaufgaben gemacht haben, bleiben sie bei der Besteuerung von Hochqualifizierten im internationalen Vergleich gut bis sehr gut positioniert.

Alle Kantone belasten hoch qualifizierte Fachkräfte weniger stark als im internationalen Mittel üblich. Insbesondere die europäischen Konkurrenten besteuern Hochqualifizierte weiterhin – teils massiv – höher.

Steuerbelastung für Hochqualifizierte international gesunken
Der internationale Steuerwettbewerb spielt nicht nur bei den Unternehmen. Auch bezüglich der Besteuerung von Fachkräften wird der Konkurrenzkampf schärfer. Dies zeigt der BAK Taxation Index 2019 für hoch qualifizierte Arbeitnehmer, welcher die effektive Steuer- und Abgabenbelastung für alleinstehende Arbeitnehmer mit einem Nachsteuereinkommen von 100’000 Euro misst.

Im internationalen Durchschnitt hat die Steuerbelastung von Hochqualifizierten 2019 gegenüber 2017 um -1.4 Prozentpunkte abgenommen. Signifikante Steuerreduktionen waren insbesondere in Frankreich (-5.9 %-Punkte), den USA (-3.5 %-Punkte) und Norwegen (-3.3 %-Punkte) zu verzeichnen. Aber auch in China, Dänemark, Grossbritannien, Finnland und Belgien sank die Belastung um mindestens einen Prozentpunkt. An einigen Standorten ist es allerdings auch zu Erhöhungen gekommen, allen voran in Irland (+2.0 %-Punkte). Die Erhöhungen fallen aber weniger ins Gewicht als die Senkungen.

Der Schweizer Schnitt über alle Kantone sank im Vergleich zur internationalen Tendenz nur geringfügig (-0.1 %-Punkte). Zwar wurde auch in der Mehrheit der Kantone die Steuerbelastung für Hochqualifizierte reduziert, jedoch meist nur marginal. Die grössten Senkungen waren mit -0.7 Prozentpunkte in den beiden Kantonen Schwyz und Schaffhausen zu verzeichnen. Vereinzelt kam es auch zu geringen Steuererhöhungen.

Schweizer Kantone weiterhin attraktiv positioniert
Trotz des sich beschleunigenden internationalen Steuerwettbewerbs im Bereich der Hochqualifizierten sind die Schweizer Kantone im internationalen Ranking weiterhin gut bis sehr gut positioniert. Am besten schneiden Zentralschweizer Kantone ab, am anderen Ende des Spektrums liegen Westschweizer Kantone. Jedoch liegt die Steuerbelastung in allen Kantonen unterhalb des internationalen Durchschnitts (37.9%).

Noch attraktiver stehen die Kantone da, wenn man sie mit Konkurrenzstandorten in West-, Süd- und Nordeuropa vergleicht. Beispielsweise liegt die durchschnittliche Belastung in der Schweiz (31.8%) rund 10 Prozentpunkte unter jener der Nachbarländer Deutschland, Frankreich und Österreich. Gegenüber Italien beträgt der Vorsprung sogar über 20 Prozentpunkte. (mc/pg)

EATR-Steuerbelastung (d.h. effektive Steuerbelastung) für hoch qualifizierte Arbeitnehmer in Schweizer Kantonen (gemessen am kantonalen Hauptort) und internationalen Standorten (gemessen am ökonomischen Hauptort) in % (vgl. blaue Säulen bzw. vierte Spalte); im hier abgebildeten Standardfall wird von einer alleinstehenden Person ohne Kinder mit einem Nachsteuereinkommen von EUR 100’000 ausgegangen. Veränderungen ggü. 2017 in %-Punkten (vgl. dritte Spalte), wobei Wechselkurs- und Inflationsänderungen ignoriert werden. Bei den Schweizer Kantonen werden die Werte der 14 am Projekt beteiligten Kantone und der BIP-gewichtete Durchschnitt aller 26 Kantone ausgewiesen. (Quelle: BAK Economics)

BAK Economics

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