Kardex erwartet deutlichen Rückgang bei Umsatz und Profitabilität

Kardex erwartet deutlichen  Rückgang bei Umsatz und Profitabilität
Jens Fankhänel, CEO Kardex Group. (Foto: Kardex)

Zürich – Das Lagerlogistikunternehmen Kardex ist von der Coronakrise stark getroffen worden und erwartet im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang beim Umsatz und der Profitabilität. Die grössere Division Kardex Remstar dürfte aufgrund des tiefen Auftragsbestands im zweiten Halbjahr signifikant tiefere Erträge und Gewinnzahlen verzeichnen.

Für das erste Halbjahr erwartet Kardex einen Rückgang der Aufträge um rund 15 Prozent und einen Rückgang der Nettoerträge um 10 Prozent, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Die EBIT-Marge dürfte laut den Angaben um 2 Prozentpunkte zurückgehen. Im ersten Semester 2019 lag diese noch bei 12,4 Prozent.

Die Geschäftsleitung geht aber davon aus, dass sich „die Situation im Auftragseingang in den kommenden Monaten bis zum Jahresende sukzessive erholen wird.“

Division Remstar mit starkem Rückgang
Der Rückgang im ersten Semester beruhe insbesondere auf der Entwicklung bei der Division Remstar, heisst es weiter. Remstar baut Shuttles und dynamische Lager- und Bereitstellungssysteme. Hier hätten sich in der ersten Jahreshälfte die Auftragsaktivitäten der Kunden stark zurückgebildet. In Europa habe ein Einbruch von rund 30 Prozent resultiert, der sich später in den USA (rund -20 Prozent) fortgesetzt habe, während sich Asien (rund -15 Prozent) seit dem zweiten Quartal etwas erhole.

Insgesamt dürften die Auftragseingänge bei Kardex Remstar im Halbjahr um 30 Prozent und die Umsätze um 10 Prozent geschrumpft sein, so die Mitteilung. Die Entwicklung des Auftragseingangs reflektiere inzwischen eine hohe Verunsicherung in allen Märkten.

Seit Ende Mai kühle sich nun auch der wichtige US-Markt deutlich ab. Zwar sei das Interesse an Remstar-Lösungen weiter hoch, viele Kunden hielten aber Investitionsentscheide zurück. Kardex hat für die Division nun Notfallpläne erstellt. Diese würden umgesetzt, falls sich der Markt nicht erhole, heisst es.

Mlog weniger stark betroffen
Die zweite Division Kardex Mlog, die integrierte Materialflusssysteme und automatische Hochregallager herstellt, ist von der Krise dank einem hohen Auftragsbestand operativ weniger stark erfasst worden. Zwar seien die Kundenaufträge auch bei Mlog zurückgegangen, sie hätten sich aber inzwischen erholt. Zudem seien keine Projekte annulliert worden.

Die Aufträge der Division dürften im Halbjahr um 70 Prozent gestiegen sein. Für die Nettoerträge wird ein Rückgang um 15 Prozent erwartet. Aufgrund einer internen Prüfung sei eine Wertberichtigung in einem „tiefen einstelligen Millionenbetrag“ vorgenommen worden.

Kardex will dennoch unverändert weitere strategische Investitionen in die Technologie und in die Digitalisierung tätigen. Damit bereite sich das Unternehmen trotz der unsicheren Marktsituation auf die Zukunft vor. Man sei „weiterhin von den mittel- bis langfristigen Wachstumschancen und der Dynamik der Automatisierung in der Intralogistik überzeugt“, heisst es in der Mitteilung. Die Projekte könne Kardex aus eigener Finanzkraft stemmen, damit bleibe die Bilanz frei von zinstragendem Fremdkapital. (awp/mc/pg)

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