KMU-Exportstimmung hellt sich zum Jahresbeginn deutlich auf

Exporte
(Photo by chuttersnap on Unsplash)

Zürich – Die Stimmung der exportorientierten Schweizer KMU hat sich zuletzt deutlich aufgehellt. Gemäss der aktuellen Umfrage von Switzerland Global Enterprise (S-GE) zur Exportstimmung rechnen 53 Prozent aller KMU im ersten Halbjahr 2020 mit steigenden Ausfuhren. Bei der letzten Umfrage (Q4 2019) hatten sich lediglich 47 Prozent so positiv geäussert.

32 Prozent der befragten Unternehmen (Q4 2019: 30%) gehen derweil von einer Stagnation und 15 Prozent von einem Rückgang aus, wie die Standortförderungsorganisation S-GE am Freitag mitteilte. Die Umfrage deckt dabei neu einen halbjährlichen statt einen quartalsweisen Zeitraum ab.

Klar über Wachstumsschwelle
Konkret hat die Exportstimmung per Anfang erstes Halbjahr 2020 einen Wert von 65 Punkten erreicht – 3 Punkte mehr als zu Beginn des vierten Quartals, wobei die Wachstumsschwelle bei 50 Punkten liegt. Der Wert auf der Skala von 0 bis 100 errechnet sich aus der Exporterwartung der KMU für das erste Halbjahr 2020 und den effektiven Exporten im zweiten Halbjahr 2019.

Während die Exportstimmung der KMU zum Jahresbeginn also deutlich angezogen hat, verharrte das von der Credit Suisse berechnete Exportbarometer den Angaben zufolge knapp im negativen Bereich, auch wenn es gegen Ende des Jahres ebenfalls leicht anzog. Mit -0,02 Punkten liege es zwar immer noch auf der Wachstumsschwelle, wenn auch klar unter dem langfristigen Durchschnitt von 1,0 Punkten. Der Sinkflug, der Anfang 2019 eingesetzt habe, sei aber zu einem vorübergehenden Halt gekommen.

Im vergangenen Jahr habe der Handelsstreit zwischen den USA und China den Welthandel stark belastet, heisst es in der Mitteilung weiter. So seien unmittelbar nach den Zollerhöhungen deutliche Rückschläge in der globalen Industrieproduktion festgestellt worden. Seit Oktober haben sich jedoch die Einkaufsmanagerindizes (PMIs) in den USA und in Europa verbessert. Die leichte Beruhigung des Handelsstreits und die Geldpolitik in den USA und der Eurozone dürfte ihren Beitrag dazu geleistet haben, folgener die Ökonomen der Grossbank.

Deutschland weiter wichtigster Markt
An der Spitze der Exportnationen bleibt Deutschland. Dorthin wollen laut der Umfrage 82 Prozent der befragten KMU in den nächsten sechs Monaten Waren oder Dienstleistungen ausführen. Mit 57 bzw. 52 Prozent der Nennungen folgen einmal mehr Österreich und Frankreich, wobei neu Österreich statt Frankreich auf dem zweiten Platz liegt. Italien liegt mit 48 Prozent auf dem vierten Platz.

Die USA auf Position fünf erreichten 44 Prozent Nennungen, dann folgt China mit 42 Prozent der Nennungen. (awp/mc/pg)

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