OC Oerlikon: CEO Michael Buscher verlässt Unternehmen per sofort

Michael Buscher

Abrupter Abgang: Michael Buscher, ehemaliger CEO Oerlikon (Foto: Oerlikon)

Pfäffikon – Beim Industriekonzern OC Oerlikon kommt es zu einem abrupten Wechsel an der Konzernspitze: CEO Michael Buscher verlässt das Unternehmen, der Verwaltungsrat bestellte Finanzchef Jürg Fedier mit sofortiger Wirkung zum interimistischen CEO.

Zum Grund für den Wechsel macht OC Oerlikon in einer Mitteilung vom Donnerstag keine Angaben, dankt Buscher aber für seine «bedeutenden und nachhaltigen Beiträge». Er habe das Unternehmen durch eine Phase tiefgreifender Transformation geführt. Oerlikons Verwaltungsratspräsident Tim Summers sagt: «Der Verwaltungsrat wünscht Michael Buscher alles Gute für die Zukunft und hat vollstes Vertrauen in Jürg Fedier, den Konzern während dieser Übergangsphase zu führen.»

Interimschef Jürg Fedier zählt zum Kandidatenkreis für CEO-Posten
Dass Michael Buscher das Industrie-Unternehmen per sofort verlässt, hat die ganze Finanzgemeinde überrascht. Buscher hatte seinen Posten als Konzernchef erst 2010 angetreten und galt als Hauptarchitekt des erfolgreichen Turnarounds. Entsprechend unerwartet ist nun der Zeitpunkt seines Rücktritts.

Auf Nachfrage von AWP erklärt Unternehmenssprecher Burkhard Böndel, Konzernchef Buscher wolle sich nach drei Jahren nun beruflich weiterorientieren. Die «finalen Gespräche» mit dem CEO hätten «gestern stattgefunden» und hätten letztlich dazu geführt, dass man im gegenseitigen Einverständnis das gemeinsame Arbeitsverhältnis beendet habe. Gewiss sei der Zeitpunkt jetzt unerwartet und überraschend gekommen, aber dies liege auch teilweise in der Natur der Adhoc-Publizität eines börsennotierten Unternehmens.

Initiative für Rücktritt von Buscher ausgegangen
Obwohl die «Initiative für den Rücktritt von Buscher ausgegangen» sei, will Böndel diesen Schritt nicht als Zeichen dafür verstehen, dass es womöglich Unstimmigkeiten über die weitere Konzernstrategie oder gar mit dem Verwaltungsrat gegeben habe. Im Gegenteil: «Der Verwaltungsrat dankt Michael Buscher ausdrücklich für seine Leistung und seine bedeutenden Beiträge», hält Böndel fest. Wohin es den scheidenden CEO nun zieht, konnte Böndel nicht weiter ausführen und verweist ohne genauere Angabe darauf, Buscher wolle «seine persönliche Karriere weiterführen».

Fedier bald offiziell CEO?
An die Stelle von Buscher rückt nun Finanzchef Jürg Fedier interimistisch zum Konzernchef auf. Ist Fedier, seit 2009 Mitglied der Konzernleitung, gar ein Kandidat, das Amt des CEO auch dauerhaft zu besetzen? «Niemand ist von diesem Prozess ausgeschlossen», erklärt Böndel dazu. Die Nachfolgeregelung werde indes «vertraulich behandelt», führt der Unternehmenssprecher weiter aus.

Analysten erwarten, dass die Aktien von OC Oerlikon zur Volatilität neigen dürften, bis ein neuer Konzernchef gefunden wird. «Wir wollen den Posten des Konzernchefs möglichst rasch besetzen», sagt Böndel, schränkt gleichzeitig aber auch ein, «OC Oerlikon nimmt sich die Zeit, den bestmöglichen Kandidaten zu finden». (awp/mc/upd/ps)

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