Komax profitiert von starker Autoindustrie

Beat Kälin
Komax-VRP Beat Kälin.

Komax-CEO Beat Kälin.

Dierikon – Komax hat im Geschäftsjahr 2014 von der hohen Nachfrage aus der Automobilindustrie profitiert und weist einen besser als erwarteten Umsatz und Auftragseingang aus. Das Unternehmen will im Bereich Wire weiter wachsen und ist zuversichtlich, die Währungsschwankungen nach dem SNB Entscheid kompensieren zu können.

Der Umsatz aus dem fortgeführten Aktivitäten wuchs im Berichtsjahr um mehr als 11% auf «gute» 360 Mio CHF, wie die Herstellerin von Kabelverarbeitungsmaschinen am Dienstag mitteilte. Der Auftragseingang stieg um 6,9% auf 367,7 Mio.

Mit den provisorischen Zahlen hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten klar übertroffen. Der AWP-Konsens für den Umsatz lag bei 342,1 Mio CHF. Beim Bestellungseingang lauteten die Schätzungen auf 350,3 (ZKB) bzw. 348,0 (Vontobel) Mio.

Automobilindustrie treibt Bereich Wire – Guter Start ins Jahr 2015
Der Geschäftsgang in der vor allem für die Automobilindustrie tätige Sparte «Komax Wire» habe die gute Performance des Vorjahres noch übertroffen, heisst es weiter. Der Auftragseingang wuchs um knapp 13% auf 302,6 Mio CHF. Bereinigt um Akquisitionseffekte betrug das Wachstum rund 7%. Die Nachfrage habe, nach einem bereits erfreulichen ersten Semester, durch die gute Lage in der Automobilindustrie im zweiten Halbjahr nochmals zugenommen.

Die anderen Bereiche der Konsumgüter, wie Haushaltsgeräte, Elektronik und Telekommunikationsausrüstung, hätten ebenfalls eine gute Entwicklung gezeigt, ohne jedoch die Dynamik des Automobilbereichs zu erreichen. Regional betrachtet hätten Europa, Afrika und Asien ein hohes Wachstum erreicht. Die Region Nord- und Südamerika habe jedoch die hohen Vorjahreswerte nicht erreicht. Die Partnerschaft mit SLE quality engineering habe sich sehr befriedigend entwickelt, heisst es weiter.

Komax Wire werde den eingeschlagenen Wachstumspfad konsequent weiterverfolgen und rechnet auch mit einem guten Start ins laufende Jahr. Als Faktoren werden hier die lebhafte Geschäftsentwicklung im vierten Quartal, das unverändert guten Marktumfeld und der hohe Auftragsbestand genannt.

20%-Beteiligung an Laselec
Zu den Wachstumsplänen für Wire passt auch ein separat kommunizierter Anteilskauf. Komax erwirbt eine 20%-Beteiligung an der französischen Laselec. Das Unternehmen aus Toulouse entwickelt lasergestützte Lösungen für die Ab-Isolierung und Markierung von Kabeln sowie intelligente Verlegebretter für die Kabelsatzfertig. Zudem hat Komax am Standort Dierikon eine angrenzende Bauparzelle erworben um weiteres Wachstum zu ermöglichen.

Bestellungseingang bei Medtech schwächt sich ab
Die Sparte Medtech verzeichnete im zweiten Semester hingegen einen Rückgang beim Auftragseingang. Im Gesamtjahr war der Ordereingang um 13% auf 65,1 Mio CHF rückläufig. Kunden hätten ihre geplanten Kapazitätsausweitungen zur Montage von Medizinalprodukten verzögert, so das Unternehmen. Betroffen war der Standort in La Chaux-de-Fonds, während die Standorte in den USA und Malaysia ein gutes Jahr verzeichneten.

Jahresabschluss und Geschäftsbericht um Solarsparte bereinigt
Das Unternehmen hatte die Solar-Sparte im vergangenen Jahr per 1. Oktober über ein Management Buy-out (MBO) an das bisherige Führungs-Team verkauft. Komax hält derzeit noch eine Minderheitsbeteiligung von 25%. Die Ergebnisse der Sparte werden in der Bilanz unter «nicht fortgeführte Aktivitäten» ausgewiesen und die Vorjahreszahlen entsprechend angepasst.

Den vollständigen Jahresabschluss und den Geschäftsbericht veröffentlicht Komax am 24. März 2015.

Währungseinflüsse senken
Auch Komax sei von der überraschenden SNB-Entscheidung betroffen, den Euro-Mindestkurs zum Franken aufzuheben, heisst es weiter. Komax sei es in der Vergangenheit immer gelungen. Wechselkursveränderungen aufzufangen und die Profitabilität der Gruppe zu sichern. Das Unternehmen will nun die natürliche Währungsabsicherung stärken und durch weitere Massnahmen die Kongruenz von Einnahmen und Ausgaben in den verschiedenen Währungen forciert erhöhen. Das Unternehmen werde jedoch weiterhin einen wesentlichen Teil der Wertschöpfung in der Schweiz erbringen, da man hier ideale Rahmenbedingungen vorfinde und eine sehr hohe Produktivität erziele, heisst es weiter. awp/mc/upd/ps)

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