Kühne+Nagel enttäuscht die Anleger mit einer tieferen Dividende

Kühne+Nagel
Kühne+Nagel-Headquarter in Schindellegi. (Foto: K+N)

Zürich – Trotz mehr Gewinn und einem Umsatzrekord senkt Kühne+Nagel die Dividende. Verwendet werden soll die zusätzliche Liquidität für Zukäufe in Asien. Dort leidet der Logistikkonzern derzeit unter dem Ausbruch des Coronavirus.

Auf den Raum Asien-Pazifik möchte sich der Konzern beim Wachstum künftig konzentrieren. Erst vor kurzem hatte der Logistiker bekannt gegeben, dass er sein Asien-Pazifik-Geschäft umorganisiert. Doch plant er nicht nur die Zusammenlegung der zwei bisherigen asiatischen Regionen zu einer.

Voran gehen soll es nämlich nicht nur organisch, sondern auch anorganisch. „Wir planen in Asien grössere Akquisitionen“, sagte Finanzchef Markus Blanka-Graff am Donnerstagmorgen nach der Veröffentlichung der Zahlen zum Jahr 2019 gegenüber AWP.

Tiefere Dividende
Spruchreif sei derzeit zwar noch nichts, doch brauche Kühne+Nagel in Hinblick auf die geplanten Zukäufe ausreichend liquide Mittel. Die Aktionäre von Kühne+Nagel sollen dieses Jahr daher eine tiefere Dividende erhalten. Sie werde auf neu 4 Franken pro Anteilsschein von bisher 6 Franken sinken, teilte das Unternehmen mit. Der Kurs der Kühne+Nagel-Aktien fiel an der Börse am Donnerstag in einem sehr schwachen Gesamtmarkt um 4,7 Prozent.

Margenverbesserung erreicht
Die sogenannte Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zu Rohertrag beschreibt und eine wichtige Kennzahl in der Branche ist, kam somit auf Gruppenebene bei knapp 13,3 Prozent zu liegen (VJ 12,8%). Bis 2022 strebt das Unternehmen weiterhin 16 Prozent an, obwohl dieser Wert noch etwas in Ferne liegt, wie der Finanzchef bekräftigte.

Der den Aktionären anrechenbare Reingewinn stieg derweil um 3,6 Prozent auf 798 Millionen Franken – zumindest auf dieser Ebene wurden damit die Erwartungen der Analysten erreicht. Nicht ganz klappte dies hingegen beim Rohertrag.

Gut lief es dem Konzern im Gesamtjahr vor allem in der Paradedisziplin, der Seefracht. Sorgenkind war hingegen – vor allem im vierten Quartal – die Luftfracht. So sank das Luftfrachtvolumen der Gruppe im Gesamtjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,7 Prozent auf noch 1,6 Millionen Tonnen.

Tiefere Nachfrage aus der Autobranche
Verantwortlich hierfür war etwa eine rückläufige Nachfrage in europäischen Schlüsselindustrien wie der Autobranche. Doch auch ein geringeres Aufkommen an verderblichen Gütern, den sogenannten „Perishables“, wurde verzeichnet.

Mit Blick nach vorne richtet sich der Blick des Konzerns derzeit primär auf das Coronavirus. Dessen Auswirkungen werden sich im ersten Quartal des Geschäftsjahrs 2020 auf die Zahlen niederschlagen, so viel ist schon klar. Für Transporte aus China beobachte er im laufenden Quartal nämlich „signifikante Volumeneinbussen“ im Vergleich zum Vorjahr, sagte Blanka-Graff.

Coronavirus fordert Tribut
Wie sich die Lage diesbezüglich weiterentwickeln wird, sei schwer abzuschätzen. Insgesamt, so Blanka-Graff, dürfte das erste Quartal aber schwächer ausfallen als noch 2019. Für den Rest des Jahres werde es dann aber wohl immerhin „einen gewissen Kompensationseffekt geben“, sagte der Manager.

Auf eine klare Prognose wollte er sich trotzdem nicht festlegen lassen. Eins sei jedoch klar, ergänzte der Chef des Unternehmens, Detlef Trefzger, vor den Medien. „Keiner unserer Mitarbeiter ist von der Krankheit betroffen.“ Insgesamt arbeiteten für den Logistiker über 5’000 Personen im Reich der Mitte. (awp/mc/pg)

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