Lafarge-Aktionäre geben grünes Licht für Fusion mit Holcim

Holcim

(Foto: Holcim)

Paris – Die Fusion der Zementkonzerne Holcim und Lafarge wird Realität. Die Aktionäre von Lafarge haben rund 87,5% ihrer Aktien bei dem öffentlichen Umtauschgebot gegen neue Holcim-Papiere angeboten. Damit ist die notwendige Zweidrittel-Quote klar übertroffen worden.

Das Ergebnis spiegle das Vertrauen der Aktionäre in das künftige Unternehmen wieder, heisst es in einer gemeinsamen Mitteilung der beiden Konzerne am Mittwoch. Beide Unternehmen zeigen sich sehr zufrieden mit diesem positiven Ergebnis, das den Weg zur Vollendung des Zusammenschlusses ebne.

Holcim wurden per 7. Juli insgesamt 252’230’673 Lafarge-Aktien angedient, wie aus dem vorläufigen Ergebnis hervorgeht. Das entspricht laut der französischen Finanzaufsicht Autorité des marchés financiers (AMF) 87,46% der Aktien und 81,47% der Stimmrechte. Das Endergebnis des Tauschgebots soll am (morgigen) 9. Juli veröffentlicht werden.

Zustimmung der Holcim-Aktionäre an GV bei 93,7 %
Für zehn Lafarge-Titel erhalten die Lafarge-Anteilseigner nun neun Aktien von Holcim. Mit der Annahme des Gebots werden auch die von den Holcim-Aktionären an der ausserordentlichen GV Anfang Mai beschlossenen Kapitalerhöhungen wirksam. Die erste Tranche beinhaltet rund 264,2 Mio neue Holcim-Aktien (81% des bisherigen Kapitals) als Tausch für das gesamte Kapital von Lafarge. Eine weitere Kapitalerhöhung über 264,2 Mio CHF dient der Angebotsverlängerung und der Finanzierung eines Squeeze-Out. Bei Vollzug der Fusion erhalten alle Aktionäre zudem eine Aktiendividende im Verhältnis 1 zu 20. Hierfür wurde die Schaffung von 59,1 Mio CHF genehmigt.

Mit dem erfolgreichen Tauschgebot wird die ordentliche Kapitalerhöhung (erste Tranche) und die Kotierung der neuen Holcim-Namenaktien an der SIX und Euronext Paris per 9. Juli wirksam. An der a.o. GV hatte die Zustimmungsquote der anwesenden Holcim-Aktionäre bei diesem Punkt 93,7% der Stimmen betragen.

Wiedereröffnung des Umtauschgebots
Als nächster Schritt ist die Wiedereröffnung des Umtauschgebots von Mitte bis Ende Juli geplant. Die zweite Tranche der Kapitalerhöhung wäre dann Anfang August fällig. Für einen Squeeze-Out und die Dekotierung der restlichen Lafarge-Aktien ist eine Annahmequote von 95% nötig.

Langer Weg zum Merger
Die beiden weltweit operierenden Konzerne hatten ihre Fusionspläne bereits Anfang April 2014 als einen «Merger of Equals» bekanntgegeben. Ziel ist die Schaffung des «fortschrittlichsten Konzerns der Baustoffindustrie». Der fusionierte Konzern kommt auf einen Nettoverkaufsertrag von rund CHF 33 Mrd CHF und beschäftigt etwa 115’000 Mitarbeitende in 90 Ländern. Der Vollzug des Zusammenschlusses soll noch im Juli erfolgen.

Auf dem langen Weg bis zum nun erfolgreich abgeschlossenen Tauschgebot mussten eine Reihe von Hürden und Widerstände überwunden werden. Dazu zählen etwa der Verkauf von grossen Teilen des Geschäfts, um die nötigen Genehmigungen der Wettbewerbsbehörden zu erlangen. So wurden etwa Aktivitäten mit einem Unternehmenswert von 6,5 Mrd EUR an den irischen Konzern CRH veräussert.

Geändertes Umtauschverhältnis
Im Frühjahr wurden die ursprünglichen Pläne modifiziert, nachdem sich Holcim-Aktionäre an der unterschiedlichen Wertentwicklung der beiden Konzerne stiessen. So wurde das Umtauschverhältnis von 1/1 auf 10/9 geändert und der Lafarge-Chef Bruno Lafont wechselte als Co-VRP neben Wolfgang Reitzle in den Verwaltungsrat, statt wie ursprünglich vorgesehen an die Unternehmensspitze. Neuer CEO wird der Lafarge-Manager Eric Olsen, Holcim-CFO Thomas Aebischer übernimmt die Verantwortung für die Finanzen.

Die geplante Neuorganisation zentraler Funktionen hat auch einen Arbeitsplatzabbau bei LafargeHolcim zur Folge. Bei Holcim kommt es in der Schweiz dabei zu einer Reduktion um rund 120 Stellen in Konzernfunktionen. Bei Lafarge sollen weltweit rund 380 Stellen gestrichen werden. (awp/mc/pg)

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