LafargeHolcim wächst auf vergleichbarer Basis

LafargeHolcim

Jona – Der Baustoffkonzern LafargeHolcim ist im ersten Quartal 2017 auf vergleichbarer Basis gewachsen und hat die Marge verbessert. Höhere Preise und eine bessere Absatzdynamik stützen die Entwicklung. Das Unternehmen bekräftigt die Guidance für das laufende Jahr und die Ziele für 2018.

Der Umsatz stieg auf vergleichbarer Basis (like for like) verglichen zum Vorjahresquartal um 5,3% auf 5,63 Mrd CHF. Nominal resultierte jedoch ein Minus von 7,1%. Der um die Merger- und Einmalkosten adjustierte betriebliche EBITDA inklusive der Beiträge aus Joint Ventures stieg auf vergleichbarer Basis um rund 15% auf 801 Mio CHF (nominal -4,7%) und die entsprechende Marge verbesserte sich auf 14,2% von 13,9% im Vorjahreszeitraum. Der Konzerngewinn beträgt 226 Mio CHF, nach einem Verlust von 107 Mio im Vorjahreszeitraum. Hierin ist ein Gewinn in Höhe von 339 Mio CHF aus der Veräusserung des Vietnam-Geschäfts enthalten. Der wiederkehrende Konzerngewinn verringerte das Minus auf 19 Mio von zuvor 80 Mio. Der freie Geldfluss aus Geschäftstätigkeit im Quartal beträgt -518 Mio CHF verglichen mit -618 Mio im Vorjahresquartal.

Damit hat das Unternehmen die Erwartungen der Analysten beim Umsatz leicht übertroffen und beim Betriebsergebnis erfüllt.

Zement, Klinker und Transportbeton mit Rückgang
Die Entwicklung der Verkaufsvolumen war uneinheitlich. Der konsolidierte Zement- und Klinkerabsatz sank um 15% auf 48,1 Mio Tonnen (vergl. unv.). Die Zuschlagstofflieferungen wuchsen leicht um 0,2% auf 51,7 Mio Tonnen (vergl. +3,9%), während die Transportbetonvolumen wiederum um 9,4% auf 11,4 Mio Kubikmeter (vergl. -1,8%) zurückgingen.

„Wir haben in vier von fünf unserer Regionen Wachstum erzielt“, sagte der per 15. Juli zurücktretende CEO Eric Olsen am Mittwoch an einer Telefonkonferenz. Als positive Beispiele werden insbesondere die USA, Nigeria oder Indien genannt. „Die USA habe eine gesunde Preisdynamik gezeigt. In Indien liegen die Turbulenzen nach den Bargeld-Massnahmen der Regierung hinter uns“, betont der Konzernchef.

„Im März haben wir in Indien einen Anstieg um 13% bei den Volumen und Preisen gesehen und auch im April gab es eine Steigerung.“ Einen Rückgang verbuchte der Konzern in Asien/Ozeanien, wo sich insbesondere Indonesien und Malaysia schwächer zeigten.

Höhere Zementpreise
Die Verbesserung der Zementpreise hat sich fortgesetzt. Die Zementpreise seien gegenüber dem Vorquartal um 1,2% und gegenüber der Vorjahresperiode um 5,3% gestiegen. Ursache hierfür seien im Wesentlichen die positiven Entwicklungen in der Region Naher Osten, in Afrika und in Lateinamerika gewesen. Höhere Preise, die Absatzdynamik, Synergien und Kostensenkungen hätten das Ergebnis verbessert. Auf der anderen Seite wurden höhere Energie- und Rohstoffpreise genannt.

Die Synergien aus der Fusion werden im ersten Quartal auf 94 Mio CHF beziffert. Auch das Synergieziel für das laufende Jahr von 400 Mio CHF wird bestätigt.

Die Nettofinanzschulden lagen zum Quartalsende bei 15 Mrd CHF und damit marginal über dem Wert per 31. Dezember 2016 und rund 3 Mrd tiefer als in der Vorjahresperiode, heisst es weiter. Hier hätten sich die Barmittelzuflüsse aus der Veräusserung des Vietnam-Geschäfts und die Investitionsdisziplin bemerkbar gemacht, mit denen der saisonale Effekt auf den Cashflow hätten ausgeglichen werden können.

Ziele für 2017 und 2018 bekräftigt
Der Konzern bestätigt die Guidance und rechnet für das Jahr 2017 weiter mit einer positiven Marktentwicklung und einer Nachfragesteigerung in den Märkten in denen er aktiv ist um 2 bis 4%. Der bereinigte betriebliche EBITDA soll auf vergleichbarer Basis ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich aufweisen. Der wiederkehrende Gewinn soll um mehr als 20% zulegen.

Das Unternehmen sieht sich zudem weiter auf Kurs, die für 2018 definierten Ziele zu erreichen. Im kommenden Jahr will der Konzern etwa einen bereinigten betrieblichen EBITDA von 7 Mrd CHF erzielen.

„Ich bin stolz darauf, was wir seit Juli 2015 bei LafargeHolcim erreicht haben“, sagte Olsen mit Blick auf sein bevorstehendes Ausscheiden per Mitte Juli.

Die Analysten werteten die Zahlen als solide und sahen ihre Erwartungen erfüllt. Die steigenden Kosten, nicht nur bei der Energie, dürfte den Preissteigerungen jedoch entgegenwirken. Die LafargeHolcim-Aktien schlossen am Mittwoch 2,3% tiefer bei 56,10 CHF.

GV: Aktionäre nehmen Vorschläge an
An der gleichentags stattfindenden Generalversammlung in Zürich haben die Aktionäre alle Vorschläge des Verwaltungsrates angenommen. So wurden etwa Konzern- und Jahresrechnung genehmigt, der Entschädigungsbericht per Konsultativabstimmung angenommen und Verwaltungsrat und Geschäftsleitung entlastet. Bei letzterem Votum fiel die Zustimmung mit nur rund 61% jedoch sehr niedrig aus. „Das ist kein schönes Resultat“, kommentierte Verwaltungsratspräsident Beat Hess.

Der Verwaltungsrat hat nach der Neuwahl mit zwölf Mitgliedern zwei weniger als zuvor. Alle zur Wiederwahl antretenden Mitglieder wurden für ein Jahr bestätigt, Beat Hess als Verwaltungsratspräsident. Neu wurde Patrick Kron in das Gremium gewählt. Nicht zur Wiederwahl standen der bisherige CO-VRP Bruno Lafont und die Mitglieder Philippe Dauman und Alexander Gut zur Verfügung.

Auch der Dividendenvorschlag mit einer Ausschüttung von 2 CHF pro Namenaktie wurde angenommen. Die Auszahlung soll per 10. Mai erfolgen. Zudem will LafargeHolcim 2017 und 2018 eigene Aktien im Volumen von bis zu 1 Mrd CHF zurückkaufen.

Keine Entschädigung für Olsen
Der frisch wiedergewählte LafargeHolcim-VRP Beat Hess will bei der Suche eines Nachfolgers für den Mitte Juli ausscheidenden CEO Eric Olsen grosse Sorgfalt walten lassen. „Wir sind auf der Suche nach einem erfahrenen Manager mit einem guten Track Record in einem internationalem Konzern“, sagte Hess vor Medienvertretern im Anschluss an die Generalversammlung am Donnerstag in Zürich. „Ich hoffe, dass wir bis spätestens Ende Jahr einen Nachfolger finden“, so der VRP weiter.

Die Entschädigung für Olsen wiederum werde sich strikt im Rahmen der gesetzlichen Regelungen bewegen. Das bedeutet nach den Minder-Vorschriften also keine Abgangsentschädigung. Das Abstimmungsergebnis von nur 61% Zustimmung bei der Entlastung von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung wertete er als „Warnschuss“ des Aktionariats. „Wir werden das zum Anlass nehmen, um bei der Compliance Verbesserungen vorzunehmen.“ (awp/mc/pg)

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