Landwirte erhalten mehr Geld für Biodiversität und Sömmerung

Biodiversität

Wird Grasland in verschiedenen Jahren unterschiedlich intensiv genutzt, weist es eine höhere Biodiversität auf. (Foto: Ilka Mai, Botanischer Garten der Universität Potsdam)

Bern – Schweizer Landwirte und Landwirtinnen beantragen vermehrt Direktzahlungen für Biodiversität und Landschaftsqualität. Das lässt sich zwei Jahre nach der Reform des Direktzahlungssystems sagen. Genau beurteilen lassen sich dessen Auswirkungen aber noch nicht.

Für Alpungs- und Sömmerungsbeiträge wurden im vergangenen Jahr zusammen rund 7 Mio CHF mehr ausgegeben als 2014, nämlich zusammen 230 Mio, wie das Bundesamt für Landwirtschaft am Freitag mitteilte. Die Bauern nutzten die Unterstützung und würden im Sommer mehr Tiere auf die Alpen bringen.

Regelmässiger Auslauf für Nutztiere
Auch die Bedingungen, unter denen Landwirte ihre Nutztiere hielten, verbesserten sich laut BLW: 75 Prozent der Tiere profitierten im vergangenen Jahr vom Programm «Regelmässiger Auslauf im Freien».

Laut BLW setzen zudem die meisten Betriebe Massnahmen für eine vielfältige und attraktive Kulturlandschaft um. Der Bedarf an Geld, um die Betriebe für den zusätzlichen Aufwand abzugelten, stieg um 55 auf 126 Mio CHF. Elf Kantone haben die ihnen zu diesem Zweck vom Bundesrat zugewiesenen Mittel bereits ausgeschöpft.

Für die Förderung von Biodiversität stiegen die Ausgaben um 23 auf 387 Mio CHF. Für Flächen mit schlechterer Qualität gibt es ab 2016 weniger Geld, für Flächen mit hoher Qualität mehr. Damit soll erreicht werden, dass 40% der Biodiversitätsflächen eine hohe Qualität aufweisen. Per 2015 lag der Wert bei 35%.

Auch für die Ressourcen schonende Produktion engagierten sich die Landwirte, wie das BLW schrieb. Die Ausgaben stiegen in diesem Bereich um 6 auf 43 Mio CHF.

Futtergetreidefläche stabilisiert sich
Bei gut 59’000 Hektar stabilisiert hat sich die Fläche, auf der Futtergetreide angebaut wird. Wie weit sich das neue System für die Direktzahlungen auf die Produktion auswirkt, lässt sich zwei Jahre nach der Einführung noch nicht abschliessend beurteilen.

Beobachtungen deuten laut BLW aber darauf hin, dass der Ackerbau gestärkt wird. Beim Bund wird damit gerechnet, dass die schwierige Lage für auf dem Milch- und dem Zuckermarkt die Produktion stark beeinflusst.

Insgesamt wurden in den Jahren 2015 und 2014 rund 2,8 Mrd CHF für Direktzahlungen ausgegeben. Der Löwenanteil davon entfällt mit knapp 1,1 Mrd auf die Versorgungssicherheit. Insgesamt 504 Mio (Vorjahr: 496) wurden für Kulturlandschaftsbeiträge ausgegeben. (awp/mc/ps)

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