Lastminute senkt Jahresziele nach Umsatzrückgang

Lastminute senkt Jahresziele nach Umsatzrückgang
Alessandro Petazzi, CEO der lastminute.com-Gruppe. (Foto: zvg)

Amsterdam/Chiasso – Der Online-Reiseanbieter Lastminute hat im dritten Quartal 2026 einen Umsatzrückgang verzeichnet, die Profitabilität aber gesteigert. Gleichwohl werden die Jahresziele sowohl für den Umsatz als auch den operativen Gewinn gesenkt.

Der Umsatz verringerte sich zwischen Juli und September um 2 Prozent auf 99,1 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der bereinigte EBITDA nahm hingegen um 7 Prozent auf 18,4 Millionen zu, und unter dem Strich blieb ein Gewinn von 7,3 nach 1,9 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Der Umsatzschwund erklärt sich das Unternehmen mit höheren Flug- und Hotelpreisen, was die Budgets der Kunden spürbar belastet habe. Ausserdem ist das Unternehmen beim Volumen bewusst auf die Bremse getreten.

Durch einen disziplinierten Ansatz bei den Marketinginvestitionen seien Buchungen nur dann forciert worden, wenn die Renditen dies gerechtfertigt hätten. «Wir haben uns ganz bewusst dagegen entschieden, Buchungen auf Kosten der Rentabilität nachzujagen», lässt sich CEO Alessandro Petazzi zitieren.

Zweite Zielsenkung in Folge
Nach neun Monaten resultiert beim Umsatz und beim bereinigten EBITDA ein Plus von je 2 Prozent. Die Aussichten für das vierte Quartal seien nun so, dass die bisherigen Jahresziele ausser Reichweite seien, heisst es im Communiqué.

Für das Gesamtjahr 2026 werden der Umsatz und das bereinigte EBITDA nun nur noch auf dem Niveau von 2025 erwartet. Bislang peilte das Unternehmen ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich sowie ein Plus beim bereinigten EBITDA im mittleren einstelligen bis rund 10-prozentigen Bereich an.

Es ist die zweite Zielsenkung in Folge. Schon im Sommer hatte das Management bei den Prognosen den Rotstift angesetzt. Davor waren beim Umsatz- und EBITDA-Wachstum je rund 10 Prozent angepeilt worden.

KI auf Kurs
Auf Kurs sieht sich das Unternehmen hingegen mit der im Juni angekündigten Umstrukturierung, die ab 2027 annualisierte Kosteneinsparungen von 16 Mio Euro einbringen soll. Und auf Kurs sei auch die KI-Strategie: Seit Anfang 2026 könnten Flüge, Hotels und Pauschalreisen von Lastminute über den firmeneigenen Server direkt in KI-Assistenten wie ChatGPT und Claude gebucht werden, so die Mitteilung.

Sobald die modernisierte Paket-Plattform vollständig mit ChatGPT und Claude verknüpft sei, könnten KI-Nutzer massgeschneiderte Paketempfehlungen von Lastminute.com noch einfacher und im direkten Dialog finden und buchen. Das Ziel sei es, Reisenden schneller den passenden Urlaub zu bieten – mit einem Produkt, das sich wie massgeschneidert anfühle, anstatt mühsam selbst zusammengestellt werden müsse. (awp/mc/pg)

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