Leuthard verteidigt höhere Preise für Bahnreisen

Doris Leuthard

Verkehrsministerin Doris Leuthard.

Bern – Für Bundesrätin Doris Leuthard ist es ein Gebot der Fairness, dass sich die Bahnkunden künftig stärker an der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur beteiligen. Das machte die Verkehrsministerin am Dienstag zum Auftakt der Suissetraffic in Bern deutlich.

170 Aussteller bewerben an der Fachmesse Suissetraffic ihre Innovationen im Bereich des öffentlichen Verkehrs. So sind bis Freitag etwa ein automatisches Schienkopf-Schmiersystem zu sehen, das Modell des Stadler-Doppelstockzugs für die BLS und das neue Fahrgast- und Betriebsleitsystem der Stadtberner Verkehrsbetriebe (Bernmobil).

Ausbaupläne erfordern solides Finanzierungskonzept
Leuthard verteidigte zur Eröffnung die Bundesratspläne für die künftige Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur. Die Landesregierung stehe zum öffentlichen Verkehr. Die ehrgeizigen Ausbaupläne mit Projekten für 40 Mrd CHF bis 2040 erforderten aber ein solides Finanzierungskonzept.

VCS-Initiative keine nachhaltige Lösung
Die VCS-Initiative wolle das Geld einfach aus der Strassenkasse abzweigen, das sei keine nachhaltige Lösung. «Schliesslich kommen auch beim Strassenverkehr erhebliche Finanzierungsprobleme auf uns zu». Auch dort gelte es Engpässe zu beseitigen und steigende Unterhaltskosten zu meistern.

Höhere Preise können Reisenden zugemutet werden
Dem Bahnkunden dürften höhere Preise durchaus zugemutet werden, gab Leuthard zu verstehen. Selbst dann werde der öffentliche Verkehr nicht in die Nähe der Kostenwahrheit kommen.

Nachbarländer setzen auf die Strasse
Leuthard wies weiter auf die Grenzen der Schweizer Verkehrspolitik hin. So sei der Bundesrat zwar gewillt, die Rolle der Schiene im Güterverkehr weiter zu stärken. «Wir müssen uns aber bewusst sein, dass wir hier alleine sind mit unserer Politik und fast alle unsere Nachbarn nach wie vor massiv auf die Strasse setzen.»

Nachbarländer müssen Anschlussstrecken ausbauen
Dabei liege es nach dem Bau der Basistunnels in der Schweiz an den Nachbarn, die Anschlussstrecken zeitgerecht auszubauen. Nur so könnten die Güterzüge dereinst ungehindert zwischen Nord und Süd rollen. Der Ausbau in den Nachbarländern werde aber natürlich stark beeinflusst «durch die finanziellen Mittel und durch die Akzeptanz in der Bevölkerung». (awp/mc/pg)

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