Logitech gliedert Lifesize-Tochter aus

Bracken Darrell

Logitech-CEO Bracken Darrell. (Foto: Logitech)

Apples – Der Computerzubehör-Hersteller Logitech wird die Videokonferenz-Tochter Lifesize nicht verkaufen, sondern als eigenständiges, nicht-kotiertes Unternehmen weiterführen. Logitech werde sich an der neuen Gesellschaft Lifesize Inc. künftig mit einem Aktienanteil von 37,5% beteiligen, während die drei Venture Capital-Firmen Redpoint Ventures, Sutter Hill Ventures und Meritech Capital Partners insgesamt 17,5 Mio USD investierten, teilte Logitech mit.

Die Dekonsolidierung von Lifesize soll im ersten Quartal 2016 bzw. im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2015/16 beginnen, heisst es. Logitech geht erwartet dabei einen nicht-cashwirksamen Gewinn in der Höhe von rund 15 bis 20 Mio USD, wie es weiter heisst. Bis die Transaktion abgeschlossen ist, soll die Einheit als nicht-weitergeführtes Geschäft in der Berichterstattung ausgewiesen werden.

Weiterer Umbau-Schritt
Die Auslagerung von Lifesize stelle ein weiterer Schritt in der Transformation bzw. im Umbau von Logitech dar, so die Mitteilung. Logitech soll eine organisatorisch einfacher gestaltete und schneller agierende Firma werden. Nun könne man sich auf das wachsende Retail-Geschäft konzentrieren. Gleichzeitig könne Lifesize im neuen Gewand das gesamte Potenzial als Anbieter von Videokonferenzsoftware besser ausschöpfen, wobei die Firma auch vom Know-how der neuen Investoren profitieren werde.

«Trennung von Lifesize nicht überraschend»
Für ihn komme die rechtliche Trennung und der Teilverkauf von LifeSize nicht wirklich überraschend, schreibt Analyst Andreas Müller von der ZKB. Die Veräusserung der Division, welche für eine Weiterentwicklung grosse Ressourcen verschlungen hätte, geschehe allerdings schneller als erwartet. Durch die neuen Teilhaber habe LifeSize bessere Chancen, die Refokussierung auf das Software-as-a-Servicegeschäft (SaaS) voranzutreiben. Logitech könne währenddessen durch den Minderheitsanteil teilweise mitprofitieren, ohne weitere Ressourcen aufwenden zu müssen.

Die Dekonsolidierung von LifeSize werde sich daher auch positiv auf das Margenprofil von Logitech auswirken und die Chancen steigern, den angepeilten Zielbereich einer Non-GAAP-EBIT-Marge von mehr als 10% schneller zu erreichen, so das Fazit von Müller.

Andrew Humphrey von Morgan Stanley sieht den Verkauf der Mehrheitsanteile als unerwarteten Bonus. LifeSize habe durch die starke Konkurrenz von Cisco und Polycom nie den erhofften Antrieb gebracht. Viele Investoren hätten den Wert von LifeSize bereits auf null heruntergestrichen, weshalb die Neuigkeiten über den Verkauf sicherlich positiv seien.

Starke Jahresperformance
Vontobel Analyst Michael Foeth begrüsst die weitere Fokussierung auf das wachsende Retailgeschäft, während der eigentliche Verkauf von LifeSize nur geringe Auswirkungen auf seine Schätzungen und die Bewertung habe. (awp/mc/pg)

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