Lonza im ersten Halbjahr von Pharma-Biotech-Geschäft getragen

Lonza im ersten Halbjahr von Pharma-Biotech-Geschäft getragen
Überraschend Rücktritt angekündigt: Lonza-CEO Marc Funk. (Foto: Lonza)

Basel – Lonza ist in der ersten Jahreshälfte 2019 vor allem dank seinen Aktivitäten als Pharmazulieferer erneut gewachsen. Bei den Chemieprodukten harzten hingegen einige Bereiche. Diesen steht ohnehin noch ein Wandel bevor.

Das Glanzstück bei Lonza ist und bleibt das Segment Pharma & Biotech (LPBN), das unter anderem Pharmakonzerne mit Wirkstoffen für Medikamente beliefert. Hier kletterten die Verkäufe um fast 11 Prozent auf 2,09 Milliarden Franken und der Betriebsgewinn EBITDA um 9,7 Prozent auf 693 Millionen. Lonza habe dabei „bedeutende“ Investitionen in das künftige Wachstum getätigt.

So hat Lonza am Berichtstag etwa den Ausbau ihrer Biokonjugationsanlage am Standort Visp im Wallis angekündigt. Das Unternehmen produziert heute drei der fünf heute kommerziell erhältlichen Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Weil die Nachfrage nach dieser Therapieform weiter wachsen dürfte, werden die Kapazitäten am Standort Visp ausgebaut.

Die Expansion ist notwendig, um das Unternehmen „für eine neue Welle von Therapien zu rüsten“, die von den Kunden entwickelt würden, erklärte die Firmenspitze am Mittwoch in Basel.

LSI widrigem Umfeld ausgesetzt
Daneben zählen Agrochemikalien und Holzschutzmittel immer noch zum Angebot von Lonza. CEO Marc Funk hat Anfang Juni, gerade erst drei Monate im Amt, die chemischen Produkte im neuen Segment Specialty Ingredients (LSI) gebündelt. Darunter auch Stoffe, die Lonza für Anbieter von Reinigungs- und Körperpflegemitteln bereithält.

Doch LSI sah sich laut Funk unverändert einem „widrigen“ Marktumfeld ausgesetzt. Gestiegene Rohstoffpreise, Probleme in der Lieferkette und negative konjunkturelle Einflüsse sind hier die Stichworte. In Zahlen ausgedrückt sank bei LSI der Umsatz um 3,8 Prozent auf 859 Millionen Franken. Und der operative Gewinn ging um 3,0 Prozent auf 163 Millionen zurück.

Funk verwahrte sich jedoch gegen die Behauptung, mit dem „carve out“ von LSI werde eine „Sollbruchstelle“ in dem Unternehmen geschaffen. Die Firma trenne sich nicht von der Chemie. Das Management habe vielmehr eingesehen, dass sich die beiden Bereiche zu unterschiedlich entwickeln. Daher sei auch der Versuch, Synergien zu schaffen, mehrheitlich gescheitert.

„Wir mussten die beiden Bereiche separieren und eine eigenständige Entwicklung erlauben“, erklärte der Lonza-Chef. „Lonza wird künftig die Aggregation von zwei Strategien sein“, umriss Funk seine Vision. LSI muss aber noch einer Portfolioüberprüfung standhalten, deren Ergebnis Lonza später im Jahr kommunizieren will.

Rekordhoch an der Börse
Was auch immer mit dem Chemieportfolio passiert: Lonza ist auch in seiner heutigen Form gut unterwegs. Von Januar bis Juni 2019 steigerten die Basler ihren Umsatz um 6,4 Prozent auf 2,98 Milliarden Franken. Davon blieben 509 Millionen Franken als Betriebsgewinn (EBIT), das sind 2,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unter dem Strich stand ein Reingewinn von 393 Millionen Franken zu Buche, ein Plus von 0,5 Prozent. Mit den ausgewiesenen Zahlen hat Lonza die Schätzungen der Analysten erfüllt oder gar leicht übertroffen.

Die Jahresziele für 2019 werden bekräftigt. Diese sehen für das laufende Jahr ein Umsatzwachstum im mittleren bis hohen einstelligen Bereich vor sowie operative Marge auf „anhaltend hohem Niveau“.

Die Aktien von Lonza reagierten zunächst positiv auf die Zahlen, standen zu Börsenschluss aber um 0,6% tiefer. Bei 352 Franken wurde im frühen Handel der höchste je bezahlte Preis notiert. (awp/mc/pg)

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