Migros-Umsatz stagniert im vergangenen Jahr

Herbert Bolliger
Migros-CEO Herbert Bolliger. (Bild: Migros)

Migros-CEO Herbert Bolliger. (Bild: Migros)

Zürich – Frankenstärke, Einkaufstourismus sowie Preisnachlässe machen der Migros zu schaffen. Dennoch hat sich der Orange Riese im vergangenen Jahr besser gehalten als die Konkurrentin Coop. Während die Nummer Zwei im Schweizer Detailhandel gruppenweit nominal 4,6% an Umsatz einbüsste, konnte die Marktführerin Migros ihren Umsatz halten.

Die Migros-Gruppe erzielte 2015 gemäss am Freitag veröffentlichten Zahlen einen Umsatz von 27,4 Mrd CHF. Das ist 0,1% mehr als im Vorjahr.

Dieses Ergebnis sei stark durch die teilweise ungewöhnlich hohe Minusteuerung in den einzelnen Geschäftsbereichen wie Benzin, Heizöl, Reisen oder Elektronik sowie einen Währungseffekt von minus 1% beeinflusst, heisst es in der Mitteilung. Diese Effekte minderten den Umsatz demnach um über 1 Milliarde CHF.

Der Detailhandelsumsatz reduzierte sich bei einer durchschnittlichen Minusteuerung von 2,7% um 0,2% auf 23 Mrd CHF. Diese Preissenkungen sowie Währungseffekte herausgerechnet ergab sich indes ein Wachstum von 3,5%.

Somit war die Migros auch hier erfolgreicher als die Konkurrenz: Coop hatte im Geschäftsbereich Detailhandel (ohne Brenn- und Treibstoffe) nominal einen Rückgang von 1,2% und real – also die Preisveränderungen herausgerechnet – ein Wachstum von 0,9% ausgewiesen.

Die zehn Genossenschaften, die den mit Abstand grössten Teil zum Umsatz der Migros-Gruppe beitragen, erreichten dank leicht höheren Kundenfrequenzen einen Umsatz von 15,6 Mrd CHF. Die Supermärkte im Inland erwirtschafteten bei einem gestiegenen Einkauftourismus einen Umsatz von knapp 11,7 Mrd CHF.

Bolliger zufrieden
Die Frankenstärke und der noch einmal um 8% angestiegene Einkaufstourismus, die Minusteuerung und die verhaltene Konsumentenstimmung hätten das Marktumfeld stark beeinflusst, teilte der grösste private Schweizer Arbeitgeber weiter mit.

Trotz dieser Herausforderungen habe die Migros Marktanteile zulegen und im Supermarkt die Kundenfrequenz um 0,6% steigern können. «Die robuste Umsatzentwicklung zeigt, dass es uns gelungen ist, das Vertrauen der Kunden nochmals zu stärken», wird Migros-Chef Herbert Bolliger zitiert.

Erfolg mit Bio und Online
Als erfreulich wertet die Migros die Entwicklung bei den nachhaltigen und regionalen Produkten, mit denen über 3,5 Mrd Umsatz erzielt wurde. Das Migros-Bio/Alnatura-Sortiment verzeichnete gar ein Wachstum von 15%.

Im E-Commerce stieg der Umsatz 2015 kräftig weiter. Der gesamte Online-Umsatz betrug nominal rund 1,6 Mrd CHF (+47,4%). Dieser Zuwachs ist vor allem dem Onlinehändler Digitec Galaxus zu verdanken, dessen Umsätze 2015 erstmals in die Migros-Rechnung einflossen.

Die Migros hatte im April 2014 ihren Anteil am Schweizer Branchenführer im Onlinehandel von 40% auf 70% aufgestockt und damit die Mehrheit übernommen. Ohne Akquisitions-, Teuerungs- und Währungseffekte betrug der Umsatz im E-Commerce 1,15 Mrd (+9%).

Sinkende Ölpreise
Die Umsätze bei der Energietochter Migrol gingen wegen sinkender Ölpreise deutlich um 16% auf 1,4 Mrd CHF zurück. Denner konnte seinen Umsatz von 2,9 Mrd CHF knapp halten. Der Umsatz der Globus Warenhäuser sank um 3,3% auf 928,7 Mio CHF.

Das Verkaufsstellennetz der Migros umfasste Ende 2015 insgesamt 659 Standorte, 11 mehr als im Vorjahr. Die Verkaufsfläche für Supermärkte, Fachmärkte und Gastronomie nahm insgesamt um gut 1% zu. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.