Nobel Biocare hat im Halbjahr Rückstand zum Markt aufgeholt

Richard Laube

Nobel-Biocare-CEO Richard Laube.

Glattbrugg – Der Dentalimplantatehersteller Nobel Biocare hat im schwierigen ersten Halbjahr 2012 zwar weniger verdient, hat aber wieder zur Entwicklung des Gesamtmarktes aufgeschlossen. Bei den Implantatsystemen schnitt das Unternehmen gar besser ab. Das Marktumfeld dürfte in der zweiten Jahreshälfte aber anspruchsvoll bleiben. Auf das nächste Jahr stösst ausserdem Frank Mengis vom Mitbewerber Straumann zu Nobel Biocare. Nobel Biocare steigerte den Umsatz aufgrund günstiger Wechselkurseinflüsse um 3,5% auf 296,5 Mio EUR. In Lokalwährungen entspreche dies jedoch einem Rückgang um 1,2% gegenüber den Vergleichsperioden. Der Umsatz widerspiegle die verlangsamte Marktentwicklung in allen Regionen, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Das Umsatzwachstum in der Region Americas (Nord- und Südamerika) belief sich den Angaben zufolge auf 2,0% in Lokalwährungen (LW). Europa, Mittlerer Osten und Afrika (EMEA) hatte hingegen einen Rückgang um 4,0% und Asien/Pazifik einen solchen von 0,9% hinzunehmen.

Der Betriebsgewinn zog in der Berichtsperiode um 2,4% auf 42,4 Mio EUR an, bezogen auf den um Sonderaufwendungen bereinigten Vorjahreswert. Die EBIT-Marge lag damit bei 14,3%. Der Reingewinn sank hingegen leicht um 3,6% auf 27,7 Mio EUR. Im zweiten Quartal stiegen die Verkäufe um 4,2% auf 149,0 Mio EUR (-2,2% in LW). Der EBIT sank um 3,5% auf 21,6 Mio und der Reingewinn um 12% auf 14,0 Mio. Mit diesen Zahlen hat Nobel Biocare die Prognosen der Analysten beim Umsatz zwar verfehlt, bei der Profitabilität indessen übertroffen.

Geschäftsgang verliert an Dynamik
Sowohl bei Implantatsystemen als auch im Prothetikgeschäft von NobelProcera habe der Geschäftsgang im zweiten Quartal an Dynamik verloren, heisst es weiter. Mit einem Rückgang von 0,4% (in LW) bei den Implantatsystemen habe Nobel Biocare im Halbjahr aber dennoch leicht besser als der Markt abgeschnitten. Vor allem die NobelActive Produktfamilie hat den Angaben zufolge weiterhin zweistellige Zuwachsraten verzeichnet.

Man habe im ersten Halbjahr 2012 in einem anspruchsvollen Umfeld deutliche operative Fortschritte erzielt, urteilt das Management. «Angesichts der gegenwärtigen Marktsituation bin ich mit der Leistung unserer Teams zufrieden», so CEO Richard Laube wörtlich. Die Zahlen belegten, dass sich das Unternehmen wieder im Rahmen des Marktes bewege und deutlich wettbewerbsfähiger sei als in den letzten Jahren.

Frank Mengis startet Anfang 2013
Um sich ganz auf die Funktion als CEO von Nobel Biocare zu konzentrieren, hat sich ferner CEO Richard Laube entschieden, sein Mandat im Verwaltungsrat von Logitech zur nächsten Generalversammlung im September niederzulegen.

Zudem werde Frank Mengis per 1. Januar 2013 die Funktion des Head of Operations übernehmen. Mengis verfüge über umfassende Führungserfahrung in operativen Funktionen und stösst von Straumann zu Nobel Biocare. Ursprünglich hätte er die Position am 1. Juli antreten sollen, doch der Wechsel war zuletzt von Misstönen begleitet.

So hat Mengis› früherer Arbeitgeber eine superprovisorische Verfügung erwirkt, die den Stellenantritt im Sommer verhinderte. Nach Auffassung von Straumann hätte der Stellenantritt von Mengis am 1. Juli das vertraglich vereinbarte Konkurrenzverbot verletzt.

Erwartungen an Marktwachstum gesenkt
Für das Gesamtjahr 2012 bekräftigt Nobel Biocare die geltende Guidance und stellt einen EBIT (in LW) auf Vorjahreshöhe in Aussicht. Der Umsatz soll im Rahmen der Marktentwicklung ausfallen. Diese dürfte jedoch verhalten bleiben, nachdem sich der Markt für Dentalimplantate bereits in der ersten Jahreshälfte stärker als erwartet abgeschwächt habe.

Denn für die zweite Jahreshälfte rechnet Nobel Biocare mit einem anhaltend anspruchsvollen Wirtschaftsumfeld in vielen Ländern und einer Entwicklung des Marktes im Rahmen des ersten Halbjahres. Bis dato hatte Nobel Biocare für 2012 ein Marktwachstum im tiefen einstelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. (awp/mc/upd/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.