Novartis erzielt weiteren Studienerfolg mit Jakavi

Joe Jimenez
Novartis-CEO Joe Jimenez. (Foto: Novartis)

Joe Jimenez, CEO Novartis. (Foto: Novartis)

Basel – Der Pharma-Konzern Novartis hat in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie für Jakavi zur Therapie der seltenen Blutkrebs-Erkrankung Polyzythämie einen Erfolg erzielt. Zusammen mit der bereits zugelassenen Behandlung von Myelofibrose, ebenfalls ein Blutkrebs, sehen Analysten für das Produkt nun Blockbuster-Potenzial.

Jakavi habe in der Studie bei Patienten mit der seltenen Blutkrebserkrankung Polyzythämie den primären Endpunkt erreicht, teilt Novartis am Freitag auf Basis erster Ergebnisse mit. Jakavi (Ruxolitinib) sei der erste selektive JAK-1/2-Hemmer, der in einer späten klinischen Studie erfolgreich gewesen sei, heisst es weiter. Die Studiendaten sollen an einer medizinischen Fachtagung präsentiert werden. Weltweit würden noch dieses Jahr Zulassungsgesuche für die neue Indikation eingereicht.

An der weltweiten, randomisierten «open-label»-Phase-III-Studie RESPONSE nahmen 222 Patienten in 109 Behandlungszentren teil.

Bei Polyzythämie handelt es sich um einen chronischen, bisher nicht kurierbaren Blutkrebs, für den nur ein beschränktes Therapieangebot zur Verfügung steht.

Jakavi ist bisher in mehr als 55 Ländern zur Behandlung der Blutkrebserkrankung Myelofibrose zugelassen. Novartis hat das Medikament von Incyte einlizenziert und verfügt über die Entwicklungs- und Kommerzialisierungsrechte ausserhalb der USA. Das Medikament hat sowohl von der EU-Kommission als auch der US-Gesundheitsbehörde FDA «Orphan Drug»-Status für Myelofibrose erhalten.

Blockbuster-Potenzial
Analysten begrüssen in ihren bisherigen Kommentaren die guten Studiendaten von Jakavi. So sieht die Bank Vontobel für beide Anwendungsgebiete – Myelofibrose und Polyzythämie – Spitzenumsatzpotenziale von je 500 Mio CHF. Derselben Ansicht ist auch J. Safra Sarasin: Jakavi werde mit der zusätzlichen Indikation definitiv ein weiteres Produkt mit Blockbuster-Potenzial sein. Dies, zumal Sanofi als schärfster Konkurrent die Entwicklung von Fedratinib im November vergangenen Jahres hatte einstellen müssen.

Jakavi sei nur ein Beispiel aus der breiten Produktpipeline an «kleineren» Medikamenten von Novartis. Zahlreiche davon seien noch nicht im Blickfeld der Investoren, machten aber kontinuierlich Fortschritte, kommentiert Safra Sarasin weiter.

Ähnlich lautet der Kommentar der Notenstein Privatbank: «Jakavi gehört zu den Wachstumsprodukten von Novartis wie auch Gilenya, Afinitor, Tasigna, Galvus, Lucentis, Xolair und die Q-Produktfamilie, die derzeit zusammen einen Nettoumsatz von über 3,3 Mrd USD erwirtschaften.» Die Zulassung von neuen Medikamenten und Indikationserweiterungen bereits registrierter Arzneien seien für den Pharma-Konzern aufgrund der laufenden Patentklippe für Blockbusterwirkstoffe wie Diovan und Glivec zur Kompensierung drohender Umsatzausfälle dringend nötig und würden vom Markt genau beobachtet. (awp/mc/ps)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.