Novartis: Misserfolg bei Phase III-Studie mit MS-Mittel Gilenya

Novartis-Sitz Basel. (Foto: Novartis)

Basel – Novartis vermeldet einen Misserfolg mit dem Produkt Gilenya. Eine Phase-III-Studie zu einer bestimmten Form von Multipler Sklerose (MS) habe den primären Endpunkt nicht erreicht, teilt der Pharmakonzern am Montag mit.

Die Studie unter dem Namen ‹Informs›, welche die Wirksamkeit von Gilenya bei Patienten mit primär-progressiver MS (PPMS) untersuchte, habe keinen Unterschied zwischen dem Medikament und einem Placebo gezeigt, heisst es weiter.

In insgesamt drei verschiedenen Messarten konnte in der Kombination nicht eine positive Tendenz festgestellt werden. Die Ursache hierin wird in einer anderen Art von Pathophysiologie dieser Art der MS gesehen.

Von PPMS seien rund 10% der weltweit 2,3 Mio MS-Patienten betroffen, und die Krankheit verschlechtere stetig die neurologischen Funktionen der Patienten. An der Studie nahmen 970 Patienten teil.

Kein Einfluss auf Schätzungen
Damit ist immer noch kein einziges Therapeutikum zur Behandlung von PPMS zugelassen. Die Auswirkungen für Novartis seien darum gering, so der Tenor der Experten. Aufgrund der hohen Hürde für eine Zulassung und der deswegen zuvor geringen antizipierten Erfolgswahrscheinlichkeit sehe man dieses Ergebnis als nur «leicht negativ» an, meint etwa die Zürcher Kantonalbank. Kein Analyst hatte einen möglichen Erfolgsfall in seinen Modellen berücksichtigt.

Gilenya wurde 2010 gegen die Hauptform der MS, die in wiederkehrenden Schüben verlaufende Multiple Sklerose (RRMS), als erste Tablette zugelassen und erzielte bereits 2013 einen Umsatz von knapp USD 2 Mrd. Und das Umsatzwachstum beträgt weiter zwischen 25 und 30% – trotz des Markteintritts von korrurrierenden Präparaten.

Odile Rundquist von Helvea Baader veranschlagt ein Spitzenumsatzpotenzial von 3,1 Mrd USD für Gilenya in 2017, dem Jahr vor dem Patentablauf. Chi Tran-Brändli von Safra Sarasin gibt für das gleiche Jahr einen Wert von 3,0 bis 3,5 Mrd USD an.

Novartis Namen notieren am Montag gegen 16.30 Uhr 0,4% tiefer auf 93,15 CHF und fallen damit hinter den Gesamtmarkt SMI (-0,05%) zurück. (awp/mc/ps)

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