Novartis schliesst mit Verkauf der Grippe-Impfstoffe Neuausrichtung ab

Joe Jimenez
Joseph Jimenez, CEO Novartis (Bild: Novartis)

Novartis-CEO Joseph Jimenez. (Bild: Novartis)

Basel – Der Pharma-Konzern Novartis schliesst mit dem Verkauf des Grippe-Impfstoff-Geschäfts an das australische Pharmaunternehmen CSL die Veräusserungen im Rahmen der vergangenes Jahr eingeleiteten Neuausrichtung ab. Damit konzentriert sich der Konzern künftig auf die Bereiche Pharma, Augenheilmittel und Generika. Davon verspricht sich das Management bekanntlich höhere Zuwachsraten beim Umsatz, operativen Kernergebnis und der entsprechenden Marge.

Noch zu verkaufen war der Bereich Grippe-Impfstoffe. Dieses Geschäft sei für 275 Mio USD an CSL veräussert worden. Die Transaktion beinhalte auch die bestehende Produktpipeline, wie der Konzern am Sonntagabend mitteilte. Der Verkauf müsse von den zuständigen Wettbewerbsbehörden genehmigt werden, mit einem Abschluss der Transaktion sei in der zweiten Jahreshälfte 2015 zu rechnen. Das übrige Impfstoff-Geschäft wurde im Rahmen einer mehrteiligen Transaktion bekanntlich bereits im April dieses Jahres an GlaxoSmithKline (GSK) veräussert.

Mit seinem Impfmittel-Geschäft inklusive des Grippe-Sektors machte Novartis 2013 einen Umsatz von 1,4 Mrd USD, also fast gleich viel, wie nun durch den Kauf der GSK-Krebsmittelsparte hereinkommen. Es ist allerdings deutlich weniger lukrativ: 2013 war es der einzige Konzernbereich von Novartis, der rote Zahlen schrieb.

CSL habe mehr als 40 Jahre Erfahrung im Geschäft mit Impfstoffen gegen Grippe und operiere in 27 Ländern mit weltweit mehr als 13’000 Beschäftigten. Die Novartis-Grippe-Sparte werde mit der CSL-Tochter bioCSL kombiniert, heisst es weiter.

Non-Cash-Abschreiber
Der Verkauf des Grippe-Impfstoff-Bereichs mache gemäss dem Rechnungslegungs-Standard IFRS eine separate Bewertung des Segments nötig, was zu einem sofortigen Abschreiber auf den Buchwert des Bereichs von rund 1,1 Mrd USD vor Steuern führe, teilt Novartis weiter mit. Diese, nicht Barmittel-wirksame Bewertungskorrektur werde aus den Kernergebnissen heraus gerechnet.

Aus dem Abschluss der Veräusserung des Impfstoff-Geschäfts ohne Grippemittel an GSK werde ein «substanzieller», einmaliger und ebenfalls nicht cash-wirksamer Betriebsgewinn erwartet. Dieser werde den Abschreiber aus dem Verkauf des Grippe-Impfstoff-Geschäfts «mehr als wettmachen», heisst es weiter.

Ebenfalls nicht in die Kernergebnisse einfliessen würden die «signifikanten», zusätzlichen und auch nicht cash-wirksamen Betriebsgewinne aus den weiteren Transaktionen mit GSK und der separaten Veräusserung des Tiergesundheits-Geschäfts an Eli Lilly für rund 5,4 Mrd USD, die im April dieses Jahres angekündigt wurden.

Damals wurden im Rahmen von gegenseitigen und voneinander abhängiger Transaktionen mit GSK die Übernahme der Onkologie-Produkte durch Novartis für 14,5 Mrd USD und die Gründung eines weltweiten Consumer-Healthcare-Geschäfts im Rahmen eines Joint Venture vereinbart. Am Gemeinschaftsunternehmen soll der Basler Konzern mit 36,5% beteiligt sein. Auch wird Novartis bevorzugter Vermarktungspartner für die Onkologie-Pipeline von GSK, und es wurden Meilensteinzahlungen von bis zu 1,5 Mrd vereinbart.

Weiter wurde der Verkauf der Division Vaccines (ohne Grippe-Impfstoffe) an GSK für bis zu 7,1 Mrd USD plus Lizenzgebühren unterzeichnet.

Bereits Ende 2013 erfolgte der Verkauf des Bereichs Bluttransfusions-Diagnostik an Grifols, was einen Vorsteuergewinn von 0,9 Mrd USD einbrachte.

Der Verkauf des Tiergesundheits-Geschäfts an Eli Lilly soll bekanntlich bis Ende des ersten Quartals 2015 abgeschlossen sein, die Transaktionen mit GSK im ersten Halbjahr 2015. (awp/mc/ps)

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