Novartis stellt für 2018 wieder Wachstum in Aussicht

Basel – Besser hätte es für den scheidenden Novartis-CEO Joseph Jimenez nicht laufen können: Nach den vergangenen beiden Übergangsjahren hat der Konzern bereits im vierten Quartal 2017 auf jenen Wachstumspfad eingeschwenkt, den er 2018 nun weiter beschreiten soll. Gelingen soll dies sowohl dank den bereits zugelassenen Wachstumstreibern Cosentyx und Entresto, aber auch dank der Neuzulassungen, die der Konzern in den kommenden Jahren erwartet.

Im Geschäftsjahr 2017 hat Novartis einen Umsatz von 49,1 Mrd USD erzielt. Das liegt zu konstanten Wechselkursen (kWk) um 2% über dem Niveau des Vorjahres (+1% in USD). Das operative Kernergebnis beziffert Novartis auf 12,9 Mrd USD (-1%). Zu konstanten Wechselkursen gerechnet ist dies unverändert gegenüber 2016. Der Kern-Jahresgewinn der Gruppe erhöhte sich um 1% auf 11,4 Mrd USD (+2% zu kWk). Damit hat Novartis in etwa so abgeschnitten, wie von Analysten laut AWP-Konsens prognostiziert.

Während Novartis auf Jahresebene also keine grossen Sprünge gemacht hat, sehen die Wachstumszahlen im vierten Quartal besser aus. Sowohl auf Konzernebene als auch in den Sparten Innovative Medicines und Alcon wurden deutliche Umsatzsteigerungen erzielt – Alcon erreichte in USD ein Plus von 8%.

Alcon aus dem Schlimmsten heraus
Gerade für die Augensparte Alcon ist dies eine wichtige Entwicklung. Wie der designierte CEO Vas Narasimhan an der Medienkonferenz vor Journalisten am Mittwoch klar machte, hat sich an der zuletzt kommunizierten Planung für die Sparte nichts geändert: Die Überprüfung der Optionen für die Sparte geht weiter. Eine Transaktion vor dem ersten Halbjahr 2019 ist unwahrscheinlich. „Sollten wir uns für eine Kapitalmarkttransaktion entscheiden, wäre es wichtig, dass der Markt die Sparte auch entsprechend bewertet“, erklärt Narasimhan. Dafür müsse Alcon den eingeschlagenen Kurs noch länger fortsetzen.

Vor allem müsse sich in den kommenden Quartalen auch eine Margenverbesserung bemerkbar machen, ergänzt der zum 01. Februar scheidende CEO Joseph Jimenez. „Wir haben immer gesagt, dass 2017 bei den Margen den Tiefpunkt darstellen dürfte – dabei bleiben wir.“

Sandoz ist der Eckpfeiler des Konzerns
Während Alcon also langsam aus dem Tief herauskommt, bereitet die Generika-Tochter Sandoz nun Schwierigkeiten. Vor allem der Preisdruck für Generika in den USA setzt der Sparte zu. „Wir gehen davon aus, dass dieser Preisdruck auch weiterhin hoch bleiben wird“, prognostiziert Narasimhan. Einer Trennung von diesem Geschäft erteilt er aber eine deutliche Absage. „Wir haben bereits Schritte unternommen, unser US-Generikageschäft umzustellen“, erklärt er weiter. Daran werde man weiter arbeiten und den Fokus verstärkt auf Biosimilars setzen.

Dass Novartis am Ende im laufenden Jahr dennoch ein Umsatzwachstum im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erzielen und beim operativen Kerngewinn im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich wachsen soll, dürfte vor allem den Medikamenten Cosentyx und Entresto zu verdanken sein. Das Schuppenflechtemittel Cosentyx hat sich 2017 mit einem Umsatz von 2,1 Mrd USD klar als Blockbuster etabliert.

Das Herzmittel Entresto hat mit 507 Mio Umsatz die Prognose des Managements erfüllt. „Was mit Blick auf Entresto vor allem wichtig ist, dass wir im vergangenen Jahr einen Wendepunkt in der Umsatzentwicklung gesehen haben“, stellt Jimenez heraus.

Neben den beiden Mitteln dürfen zwischen 2018 und 2020 noch bis zu 12 weitere neue Mittel lanciert werden. Nicht ohne Stolz betont Narasimhan, dass 2017 ein wegweisendes Jahr der Innovationen für Novartis gewesen sei: Es gab 16 wichtige Zulassungen, ebenso viele bedeutsame Zulassungsanträge und sechsmal erteilte die US-Zulassungsbehörde FDA den Status „Therapiedurchbruch“.

Führungswechsel mehr Evolution denn Revolution
Bleibt noch die Frage, was sich unter der Führung des neuen CEOs ändern wird? „Nicht viel“, lautet seine knappe Antwort. Er sieht den Chefwechsel eher als Evolution, denn als Revolution.

An der Börse fanden die Zahlen Gefallen: Die Aktien waren mit einem Plus von 2,8% Tagesgewinner bei den Blue Chips. (awp/mc/pg)

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