Novartis-Tochter Alcon kauft Transcend Medical

Joe Jimenez
Joseph Jimenez, CEO Novartis (Bild: Novartis)

Novartis-CEO Joseph Jimenez. (Bild: Novartis)

Basel – Die Novartis-Tochter Alcon setzt ihre angekündigte Innovationsstrategie Schritt für Schritt um. So kündigte das Pharmaunternehmen am Donnerstagmorgen an, das private US-Unternehmen Transcend Medical übernehmen zu wollen. Eine entsprechende Vereinbarung sei zwischen beiden Parteien getroffen worden. Durch den Zukauf baue die Augensparte ihre führende Position in der Glaukom-Behandlung aus. Über den Kaufpreis äussert sich Novartis nicht.

Mit dem Zukauf erweitere Novartis seine Pipeline im Bereich der Minimal-Invasiven-Glaukom-Chirurgie (MIGS). Das Glaukom ist auch bekannt als grüner Star. Die Augensparte Alcon baue so ihre Position bei dieser neuen Form der Glaukom-Behandlung aus.

Das Ziel dieser so genannten MIGS sei es, Patienten bestenfalls nicht mehr medikamentös behandeln zu müssen. Weltweit sind laut Mitteilung mehr als 60 Millionen Menschen vom grünem Star betroffen. Transcend Medical habe kürzlich einen Micro-Stent entwickelt, mit dem schwächere Formen des grünen Stars behandelt werden könnten.

Alcon-Pläne werden umgesetzt
Novartis hatte erst bei der Vorlage der Jahreszahlen für 2015 Ende Januar einen umfangreichen Umbauplan für die Augensparte vorgelegt und gleichzeitig angekündigt, die Sparte nicht zuletzt durch den Fokus auf Innovationen wieder auf Spur zu bringen. Eine genaue Analyse von Alcon habe vor allem drei Hauptprobleme aufgedeckt, hatte Novartis-Chef Joseph Jimenez im Januar erklärt. So sei Alcon nicht innovativ genug gewesen. Zudem habe sich die Sparte in den vergangenen zwei Jahren zu weit von ihren Kunden weg bewegt und schliesslich zu wenig investiert.

Mit einer Restrukturierung will Novartis das nun ändern. Konkret sieht der Plan vor, dass sich die Augensparte künftig auf die Kerngeschäfte Augenchirurgie (Surgical) und Kontaktlinsen und Kontaktlinsenpflege (Vision Care) fokussiert. Die pharmazeutischen Produkte von Alcon werden in die Division Pharmaceuticals transferiert. Zudem kündigt der CEO an, dass die Sparte mit kleineren Zukäufen weiter gestützt werde könnte. Allerdings würden diese unter 1 Mrd USD bleiben. Die Verantwortung für Alcon liegt neu bei Mike Ball, der die Führung von Alcon Anfang Februar übernommen hat.

Analyst sieht Zukauf als Zeichen für Innovationsschub
Laut Analyst Michael Nawrath von der ZKB startet Novartis mit dem Zukauf den nötigen Innovationsschub. So sei Transcend Medical vor allem auf die Entwicklung von MIGS-Geräten fokussiert. «Die neuen MIGS sind kleine Stents, die direkt unter die Oberfläche des Auges implantiert werden und so den natürlichen Abfluss des Kammerwassers erleichtern», erklärt Nawrath in einem aktuellen Kommentar. Er sehe den neuen Trend in der Glaukom-Behandlung als sehr vielversprechend an. Bei den Pharmaka gegen das Glaukom hätte Alcon nicht viel Innovation beisteuern können. Insofern sei diese Akquisition zu begrüssen, schreibt er.

Bei Baader Helvea bewertet Analyst Bruno Bulic ebenfalls den Zukauf ebenfalls positiv. Alcon könne damit in der Glaukon-Behandlung wieder Fuss fassen. Allerdings werde der Zukauf nicht die grundsätzlichen Defizite bei Alcon lösen, er zeige aber, dass schnelle Kurzfristlösungen auf gutem Wege seien.

An der Börse wird der Zukauf positiv aufgenommen. In einem insgesamt schwächeren Gesamtmarkt verteuern sich die Anteilsscheine von Novartis gegen 10.20 Uhr um 0,5% auf 73,15 CHF. Der SMI gibt zeitgleich um 0,54% ab. (awp/mc/ps)

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