Novartis findet früher als erwartet zurück zum Wachstum
Basel – Novartis ist bereits im zweiten Quartal 2026 wieder auf den Wachstumspfad eingeschwenkt. Damit ist dem Pharmakonzern etwas früher als erwartet die Rückkehr zu positiven Wachstumsraten gelungen. Im ersten Quartal hatte der Einfluss von Nachahmer-Präparaten Novartis noch klar ausgebremst.
Ursprünglich hatte das Management erst für die zweite Jahreshälfte eine Rückkehr zu positivem Wachstum in Aussicht gestellt. Damit erreicht der Pharmakonzern das obere Ende der eigenen Prognose für das erste Halbjahr, wie CEO Vas Narasimhan während einer Telefonkonferenz mit Journalisten hervorhob. Gleichzeitig bestätigte er die Jahresziele.
Konkret kam der Umsatz im zweiten Quartal bei 14,4 Milliarden US-Dollar zu liegen. Das ist ein Plus von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Zu konstanten Wechselkursen (kWk) ergab sich eine Zunahme von 1 Prozent. Im ersten Quartal hatte Novartis wegen der Markteinführung von Generika für wichtige Blockbuster noch ein Minus ausgewiesen.
Volumenwachstum stützt
Novartis hatte zuletzt immer wieder hervorgehoben, dass die Erosion durch Nachahmer-Mittel ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte. Umsatzbringer wie Entresto, Promacta und Tasigna haben im vergangenen Jahr ihren Patentschutz verloren. Konzern-Chef Vas Narasimhan hatte dabei betont, dass die negativen Auswirkungen in der ersten Jahreshälfte 2026 deutlich stärker ausfallen dürften als in der zweiten.
Das gute Abschneiden im zweiten Quartal begründet der Konzern mit einem starken Volumenwachstum von 18 Prozent. Gegenüber den +14 Prozent des ersten Quartals bedeutet dies denn auch eine weitere Steigerung. Der negative Effekt von 14 Prozent durch die bereits zugelassenen Generika-Präparate für Blockbuster wie Entresto konnte damit mehr als ausgeglichen werden.
Getragen wurde die positive Entwicklung von einer anhaltenden Dynamik bei Medikamenten wie Kisqali (Brustkrebs), Kesimpta (MS), Scemblix (Leukämie) und Pluvicto (Krebs). Aber auch die jüngsten Markteinführungen, wie Rhapsido bei chronischer spontaner Urtikaria (CSU) und die SMA-Gentherapie Itvisma seien ermutigend, sagte der Firmenchef.
Generika hinterlassen Spuren
Derweil brachen die Einnahmen mit den Blockbustern Entresto oder auch Promacta und Tasigna um bis zu 64 Prozent ein. Ende April hatte das Management erklärt, im laufenden Jahr könnten insgesamt etwa 4 Milliarden Dollar an Umsätzen durch Nachahmer wegfallen.
Auf der Gewinnseite verbuchten die Basler operativ einen Rückgang um 2 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Dollar. Unter dem Strich resultierte ein Konzerngewinn von 3,3 Milliarden nach 4,0 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang sei vor allem durch höhere Ertragssteuern und einen höheren Zinsaufwand ausgelöst worden, heisst es in der Mitteilung weiter.
Für Analysten ist aber vor allem der um verschiedene Einflüsse bereinigte Kern-Betriebsgewinn entscheidend. Mit 5,9 Milliarden blieb dieser stabil und übertraf die Analystenerwartungen im AWP-Konsens von 5,3 Milliarden deutlich.
Jahresziele bekräftigt
Für das Gesamtjahr bestätigt der Konzern seine bisherige Zielsetzung. Zu konstanten Wechselkursen peilt das Management ein Umsatzwachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich an. Für den operativen Kerngewinn wird ein Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich erwartet.
Analysten zeigen sich in ihren ersten Kommentaren positiv von der Entwicklung überrascht und sprechen zum Teil von «Starken Zahlen». An der Börse kamen die Zahlen gut an. Die Papiere verteuerten sich bis zum Mittag um knapp 3 Prozent und waren damit der mit Abstand stärkste SMI-Wert. (awp/mc/ps)