Oerlikon geht mit Boeing Zusammenarbeit im Bereich 3D-Druck ein

Roland Fischer
Oerlikon-CEO Roland Fischer. (Foto: Oerlikon)

Pfäffikon – Der Industriekonzern Oerlikon geht mit dem US-Flugzeugbauer Boeing eine fünfjährige Zusammenarbeit ein. Ziel dieser Kooperation sei die Entwicklung von standardisierten Materialien und Prozessen für 3D-gedruckte Flugzeugteile aus Titan, wie die Gesellschaft am Dienstag mitteilt. Zu finanziellen Aspekten der Zusammenarbeit machte das Unternehmen keine Angaben.

«Die Vereinbarung sei ein wichtiger Schritt, um die Möglichkeiten der Fertigung von Teilen für die Luft- und Raumfahrtindustrie mit Titan-Pulverzusätzen auszuschöpfen», lässt sich der Boeing Technikchef, Leo Christodoulou, in der Mitteilung zitieren. Man verfolge das Ziel additive Fertigungsverfahren zu standardisieren, um eine breite Palette von kosteneffizienten Titanteilen zu entwickeln.

Boeing ist den Angaben nach seit 1997 in der Erforschung und Implementierung von additiven Herstellungsverfahren im Flugzeugbau aktiv. Im letzten Jahr habe Boeing zudem als erster Flugzeughersteller ein von der Federal Aviation Administration genehmigtes und 3D-gedrucktes Strukturteil aus Titan in einem kommerziellen Flugzeug, dem 787 Dreamliner, verbaut.

Gute Position
Bei Analysten kommen die News gut an. Die Zusammenarbeit beweise, dass sich Oerlikon gut im Markt für 3-D-Druckmetallteile positioniere, meinen etwa die Experten von Baader Helvea. Dies sei ein Zeichen dafür, dass Oerlikon den 3D-Druck-Anteil am Umsatz von derzeit rund 1% auf rund 10% im Jahr 2021 werde steigern können.

Auch die UBS bezeichnet die zweite Kooperation in diesem Bereich nach GE Aviation als positiv für Oerlikon. Die Bank erwartet zwar keine kurzfristigen Verkaufschancen, da der Zertifizierungsprozess in der Luftfahrt mehrere Jahre dauern könne. Dennoch sei eine solche mehrjährige Kooperationen eine wichtige Grundlage für enge Beziehungen zu Grosskunden in Schlüsselindustrien, so die UBS. (awp/mc/ps)

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