Oerlikon mit starkem Wachstum und höherer Marge

Roland Fischer
Oerlikon-CEO Roland Fischer. (Foto: Oerlikon)

Pfäffikon – Der Industriekonzern Oerlikon hat im ersten Quartal 2018 Rekordergebnisse bei Umsatz und Auftragseingang erzielt und die Profitabilität gesteigert. Insbesondere Manmade Fibers wuchs kräftig. Derzeit seien keine Anzeichen für eine konjunkturelle Abschwächung auszumachen und die Jahresziele werden entsprechend bestätigt.

„Wir hatten ein gutes erstes Quartal und alle drei Segmente haben zum ausgezeichneten Ergebnis beigetragen“, sagte CEO Roland Fischer am Mittwoch gegenüber AWP.

Der Umsatz stieg um 36 Prozent auf 813 Millionen Franken und der Auftragseingang um 38 Prozent auf 974 Millionen. Per Ende März standen Order im Volumen von 848 Millionen in den Büchern, und damit 59 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA (ohne Einmaleffekte) stieg um 43 Prozent auf 123 Millionen, entsprechend einer Marge von 15,1 Prozent (VJ 14,3%). Der EBIT lag mit 72 Millionen um 85 Prozent höher.

Alle Segmente verzeichnen Wachstum
Das Geschäft mit Oberflächenlösungen entwickelte sich erneut positiv. Surface Solutions verbuchte ein Umsatzplus von 9,1 Prozent auf 361 Millionen Franken. Demgegenüber war das Betriebsergebnis EBITDA mit -1,4 Prozent auf 69 Millionen leicht tiefer als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Anlagen, Werkstoffen und Dienstleistungen habe weltweit zugenommen und das Segment habe insbesondere von einem deutlichen Aufwärtstrend in der allgemeinen Industrie profitiert.

Trotz der bestehenden Unsicherheiten gebe es derzeit keine Anzeichen für eine Abschwächung. „Wir investieren weiter in den Bereich Additive Fertigung und haben das Segment mit zwei Akquisitionen technologisch und geografisch gestärkt“, sagte der CEO. Fischer will an der Strategie festhalten und sowohl organisch als auch durch Zukäufe weiter wachsen.

Manmade Fibers mit grösstem Plus
Besonders stark legte Manmade Fibers zu. Hier gebe es derzeit eine „Sonderkonjunktur in China“, sagte der Oerlikon-Chef. Aber auch aus Indien und der Türkei sei die Nachfrage gross gewesen. Der Umsatz stieg auf 243 Millionen nach 98 Millionen im Vorjahreszeitraum und der EBITDA erreichte 27 Millionen nach einem Break Even zuvor. Auch der Bestellungseingang stieg auf mehr als das Doppelte und betrug 373 Millionen.

Oerlikon habe in den Werken des Segments die Personalbestände ausgebaut und die Zulieferketten gestärkt. „Wir werden aber nicht in dem Tempo weiter expandieren“, sagte Fischer. „Manmade ist ein längerfristiges Projektgeschäft und wir werden die Aufträge mit den Werken die wir haben erfüllen“.

Drive Systems legte beim Umsatz um 23% auf 209 Millionen und beim EBITDA um 86 Prozent auf 26 Millionen zu. Alle wichtigen Endmärkte – Landwirtschaft, Bau, Transport, Automobil sowie Energie und Bergbau – und alle Regionen hätten ein „erfreuliches Wachstum“ verzeichnet, heisst es weiter. Massnahmen im Kostenmanagement hätten die Profitabilität deutlicher steigen lassen.

Ausblick bestätigt
Die Guidance für 2018 wird bestätigt. Demnach sollen die Bestellungen rund 3,4 Milliarden Franken erreichen und der Umsatz rund 3,2 Milliarden. Die EBITDA-Marge vor Einmalkosten soll bei rund 15 Prozent zu liegen kommen, nach 14,6 Prozent im Jahr 2017.

Mit Blick auf die US-Sanktionen gegen Oerlikon-Grossaktionär Viktor Vekselberg bekräftigte der Konzernchef früher gemachte Positionen. „Wir sind von den Massnahmen nicht betroffen und beobachten die Situation genau“, sagte CEO Roland Fischer am Mittwoch gegenüber AWP. Im Kundenverhalten hätten sich keine Änderungen gezeigt. „Einzig bei einigen Partnern in der Finanz-Community hat es einen gewissen Erklärungsbedarf gegeben.“

Aktien legen zu
Die Erwartungen der Analysten wurden auf allen Ebenen übertroffen. Insbesondere Manmade Fibers entwickelte sich besser als erwartet. Die Oerlikon-Aktien legen bis Börsenschluss 1,8% auf  16,42 Franken zu.  (awp/mc/upd/pg)

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