Oerlikon wächst trotz Konjunkturflaute – Marge tiefer

Roland Fischer
Oerlikon-CEO Roland Fischer. (Foto: Oerlikon)

Pfäffikon – Der Industriekonzern Oerlikon hat die Konjunkturabschwächung im ersten Quartal zu spüren bekommen, ist aber insgesamt erneut gewachsen. Die Profitabilität fiel jedoch bei der Oberflächensparte geringer aus und der Auftragseingang bei der anderen Sparte Manmade lag im Vergleich Vorjahr tiefer. Die Aktien reagieren mit Abgaben auf die gemischt ausgefallenen Zahlen.

Im Geschäft mit Kunstfaser-Produktionsanlagen, Manmade Fibers, blieb der Auftragseingang hinter dem Rekordwert des Vorjahres zurück. Der Bereich läuft aber auf voller Kapazität und hat weiter einen hohen Auftragsbestand. Der Umsatz wurde gesteigert und die Profitabilität erhöht.

Der Bereich Oberflächentechnologie Surface Solutions wuchs ebenfalls, wurde aber besonders im Januar und Februar von einer Schwäche der Industrie im Allgemeinen und der Automobilindustrie im Besonderen gebremst. Investitionen und ein geänderter Umsatzmix sorgten für eine tiefere Marge.

„Die Top-Line ist gut, insbesondere vor dem Hintergrund der Konjunkturentwicklung, die wir derzeit in den Märkten erleben“, sagte Oerlikon-Chef Roland Fischer gegenüber AWP. Obwohl sich das Marktumfeld zunehmend schwieriger gestaltete, hätten beide Segmente beim Umsatz zugelegt und der Konzern habe eine „gesunde Gewinnmarge“ erzielt.

Der Umsatz von Oerlikon stieg in der Berichtsperiode um 3,3 Prozent auf 624 Millionen Franken. Demgegenüber ging der Auftragseingang um rund 10 Prozent auf 680 Millionen zurück. Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA war um 2,1 Prozent auf 93 Millionen Franken rückläufig, womit sich die entsprechende Marge auf 15,0 Prozent von 15,7 Prozent abschwächte.

Surface Solutions mit tieferem Betriebsgewinn
Die beiden Segmente des Konzerns schnitten unterschiedlich ab. Surface Solutions legte sowohl beim Auftragseingang (+0,3% auf 385 Mio Fr.) als auch beim Umsatz (+2,8% auf 371 Mio Fr.) zu. Das Betriebsergebnis EBITDA ging jedoch um rund 12 Prozent auf 61 Millionen zurück und die Marge fiel auf 16,3 von 19,1 Prozent.

Trotz des schwierigen Marktumfelds sei die Division auf Wachstumskurs geblieben, insbesondere durch die Bereiche Werkstoffe, Anlagen zur Werkzeugbeschichtung und thermisches Spritzen, vor allem im Luft- und Raumfahrtsektor. Im Automobilsektor hingegen gingen die Nachfrage und das Produktionsvolumen zurück, vor allem in China und im übrigen asiatischen Raum.

Manmade Fibers steigert Marge
Bei Manmade Fibers ging der Auftragseingang nach dem rekordhohen Wert aus dem Vorjahr um 21 Prozent zurück. Der Umsatz war jedoch auch hier mit +4,5 Prozent klar positiv. Der EBITDA verbesserte sich um 26 Prozent und die Marge stieg entsprechend auf 13,2 von 11,1 Prozent.

Hier sei das Wachstum vor allem auf das Geschäft mit Filament- und Polymerisationsanlagen zurückzuführen und auch Vliesstoffsysteme hätten unterstützt. Zudem trugen Neukunden in China und im übrigen Asien zum Umsatzwachstum bei. Das Teppichgarngeschäft in den USA und der Türkei habe sich wie erwartet etwas abgeschwächt.

Der Auftragseingang bei Manmade sei immer noch der zweitbeste Quartalswert seit 2011 und stelle eine solide Grundlage für ein hohes Umsatzvolumen in den kommenden Quartalen dar, ist man bei Oerlikon überzeugt. „Manmade läuft auf vollen Touren und das wird angesichts des Auftragsbestandes auch anhalten“, sagte Fischer.

Ausblick bestätigt
Das Management bestätigt die Guidance für das laufende Jahr und rechnet weiter mit einem Bestellungseingang und Umsatz von mehr als 2,7 Milliarden Franken. Die EBITDA-Marge soll auf über 16 Prozent steigen. Die Guidance-Bestätigung gründe auf der positiven Stimmung bei den Kunden, dem starken Bestellungsbestand und der gegen Quartalsende verbesserten Performance.

Die Analysten zeigten sich insbesondere vom Margenrückgang bei Surface enttäuscht. Die Oerlikon-Aktien reagierten negativ und notierten bei Börsenschluss um 2,9 Prozent tiefer auf 12,34 Franken. (awp/mc/ps)

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